Waidmann Smyrek begrüßt Idee des Flussverbands und schätzt Nutriafleisch

Eine Fangprämie ganz nach dem Geschmack der Jäger

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Die Nutria gehört zu den Meerschweinchenverwandten und zur Familie der Stachelratten. Der große Nager fühlt sich wegen der mittlerweile oft milden Winter in der Altmark pudelwohl. Dieter Smyrek und Jagdkollegen wollen das ändern.

Wendemark. „Es würde sich für alle Seiten lohnen, nur nicht für die Nutria.“ Dieter Smyrek, Vorsitzender der Jägerschaft Osterburg, begrüßt den Vorstoß des Unterhaltungsverbandes „Seege / Aland“, für jeden toten Nager eine Prämie zu zahlen.

Die Nutria richten großen Schaden an, sagt Dieter Smyrek.

„Die Tiere richten immer größeren Schaden im Grabensystem an und vermehren sich explosionsartig“, weiß der Wendemarker. In einigen Gebieten des nördlichen Landkreises hätte sich die Jahresstrecke um 100 Prozent erhöht. Doch wirklich getroffen habe das die Population nicht. Mindestens fünf Euro sollten es pro erlegtes Exemplar aber schon sein. „Das wäre eine angemessene Anerkennung für die Bemühungen der Jäger. “ Bislang ist die Rede von ein bis zwei Euro pro totes Nagetier.

In der DDR seien Fell und Fleisch noch recht begehrt gewesen. Es existierten eine Reihe von Zuchtfarmen, aus der im Laufe der Jahre einige Nutrias ausgebüxt sein sollen. „Seitdem hat sich einiges geändert, und der große Nager ist in freier Natur weiter auf dem Vormarsch.“ Kürzlich sei in der Gegend ein zwölf Kilogramm schweres Exemplar erlegt worden. Eine ausgewachsene Nutria wiegt im Durchschnitt zwischen fünf und acht Kilogramm, wobei das Weibchen in der Regel mehr als ein Männchen auf die Waage bringe. Für Waidmann Smyrek steht dieser Brocken irgendwie exemplarisch für die Entwicklung der vergangenen Jahre.

Die Nutria müsse wieder mehr ins Blickfeld der Menschen rücken, und das Interesse an ihr sollte wachsen. Der Wendemarker, der sich auch im Bienenwesen engagiert, schätzt das Fleisch des reinen Pflanzenfressers, der ursprünglich aus Südamerika stammt. „Es schmeckt sehr gut, ist vergleichbar mit dem des Kaninchens, scheint nur etwas heller, ist gesund und gerade für Zuckerkranke geeignet.“ Smyrek bereitet selbst regelmäßig einen Nutriabraten zu, erst vor einigen Monaten kam wieder einer auf den Tisch.

An eine schnelle Renaissance des Nutriafleisches in den deutschen Küchen glaubt der Altmärker allerdings nicht. „Es braucht alles seine Zeit. Da sind dieser Kopf und die beiden großen gelben Zähne, das schreckt erst einmal ab. Die Nutria ähnelt nun einmal einer übergroßen Ratte. Wobei: Wir Jäger würden Fell und Kopf für den Kunden entfernen, dann sieht die Nutria fast aus wie ein Kaninchen. Unterm Strich bleibt, dass die Menschen noch überzeugt werden wollen.“

Klaus-Peter Meißner ist von seiner Idee einer Fang- und Abschussprämie weiterhin überzeugt. Vermutlich seien die vergleichsweise milden Winter der vergangenen Jahre mit schuld an der starken Ausbreitung, kaum ein Tier sterbe an Kälte und Nahrungsmangel. Schon bald will sich der Geschäftsführer des Gewässer-Unterhaltungsverbandes mit Sitz in Seehausen nicht zuletzt mit verantwortlichen Jägern an einen Tisch setzen und über die weitere Vorgehensweise beraten.

Grünrock Smyrek möchte übrigens möglichst bald eine erlegte Nutria präparieren lassen und im Jagdzentrum Barsberge für Lehrzwecke aufstellen. Dort sind bereits Marder, Fasan, Bussard und andere heimische Tierarten vertreten. Neben Jägern aus der Region besuchen unter anderem Schulklassen regelmäßig die Einrichtung mitten im Wald.

Von Marco Hertzfeld

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