Eichenholz kennt die weite Welt

Osterburgs Touri-Wegweiser misst mindestens drei Meter und soll spätestens im Juli stehen

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Nein, nein, so einfach und provisorisch soll Osterburgs Wegweiser natürlich nicht sein. Dieser nette Hingucker mit englisch-irischem Schwerpunkt war jüngst beim Europafest in Magdeburg aufgebaut. Auch auf dem Osterburger Wegweiser sollen Stadtnamen und Entfernungen stehen.

Osterburg. „Das Ding sieht richtig gut aus, Einheimische und Touristen haben etwas zu gucken und alle lernen auch noch einiges dazu. “ Der ungewöhnliche Wegweiser in die große weite Welt nimmt allmählich Formen an.

Initiator Klaus-Peter Gose sieht das Projekt auf der Zielgeraden. Wahrscheinlich im Juni oder allerspätestens im Juli soll die Konstruktion auf dem August-Hilliges-Platz im Herzen der Biesestadt aufgestellt sein. „Für mich ist dieser besondere Hingucker vielleicht sogar das i-Tüpfelchen auf dem sanierten und neu gestalteten Gelände. Wir wollen touristisch kräftig zulegen. Dieser Richtungsanzeiger kann dabei helfen“, ist Osterburgs Ortsbürgermeister im AZ-Gespräch überzeugt.

Der Eichenstamm wird dieser Tage in der Werkstatt eines örtlichen Unternehmens bearbeitet. Ursprünglich sollte der Wegweiser aus Tropenholz bestehen, doch nicht zuletzt der Kosten wegen haben sich Gose und Mitstreiter dagegen entschieden. „Deutsche Eiche ist ebenfalls recht robust und langlebig.“ Der Stamm wird wahrscheinlich in achtkantige Form gebracht. Zudem kommt eine Fräse zum Einsatz, um möglichst viele Schilder anbringen zu können. „Es hört sich ein wenig kompliziert an. Ich hoffe, dass alles so funktioniert, wie wir uns das vorstellen.“ Der ausgesuchte Stamm selbst misst locker drei Meter. „Eine richtige Erscheinung also, aber so soll es auch sein.“

Der CDU-Mann möchte möglichst viele Städte berücksichtigt sehen. Wie viele genau es aufs Eichenholz schaffen, darauf will sich Gose allerdings noch nicht festnageln lassen. Das Markgraf-Albrecht-Gymnasium (MAG) soll jedenfalls einen würdigen Platz weit oben erhalten, schließlich sei die Bildungsstätte maßgeblich in das Projekt eingebunden. Schon jetzt bedankt sich der gebürtige Seehäuser insbesondere bei Geografielehrer Alexander Dankert und dessen Schülern, die während einer Projektwoche nach geeigneten Orten suchten, die Entfernung zur Biesestadt herausfanden und darüber hinaus Wissenswertes zusammengetragen haben.

Jede Tafel kann von beiden Seiten beschriftet werden. Der Nord- und der Südpol sollen sich wie das MAG auch auf jeden Fall auf dem Wegweiser wiederfinden. Quasi gesetzt sei auch Wielun, Osterburgs polnische Partnerstadt. Zur neuen Attraktion für Bürger und Touristen sollen zudem Hammerfest in Norwegen, die nördlichste Stadt Europas, sowie Brüssel, Sitz von Europäischer Union und Nato, gehören. Und natürlich denkt Gose auch an Metropolen wie Tokio, New York und Rio de Janeiro. Auch einige Exoten wie Windhuk, die Hauptstadt Namibias, könnten es auf den Wegweiser schaffen. Osterburgs Bürgermeister hat ein Faible für deutsche Kolonialgeschichte.

Der Ortschaftsrat unterstützt das Vorhaben und trägt es mit, wie der Christdemokrat betont. Er habe im Grunde genommen nur den Anstoß gegeben. Bei der Beschriftung der Schilder, die die Entfernung und mit der Spitze die Himmelsrichtung angeben, sei Stadtrat und Unternehmer Thorsten Schulz behilflich. Der genaue Standort ist bei einem Vor-Ort-Termin mit dem für den August-Hilliges-Platz zuständigen Planer festgelegt worden. Der Wegweiser wird demnach aller Wahrscheinlichkeit nach auf der grünen Insel aufgestellt. Dort befindet sich bereits der Deutschland-Stein.

Von Marco Hertzfeld

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