Markt zieht Mitte Juli um – Arbeiten auf dem Hilliges-Platz unter Druck

Drogeriekette will einfädeln, Arbeiter machen Dampf

Andy Ranspach aus Wittenberge schneidet auf der Rückseite der „Stadtpassage“ Steine für den Weg zu. Auf dem August-Hilliges-Platz gleich um die Ecke ist die Liste der noch unerledigten Arbeiten zumindest augenscheinlich noch deutlich größer als in der Ladenzeile.

Osterburg. Der Termin steht. Rossmann will seine alte Filiale an der Breiten Straße am 17. Juli schließen und die neue an der Wallpromenade einen Tag danach am 18. Juli eröffnen.

Momentan sieht es so aus, dass Umzug und Neueröffnung inmitten von Baumaschinen über die Bühne gehen müssen. Zwar neigen sich die Arbeiten in der „Stadtpassage“ dem Ende zu, doch die Handwerker auf dem August-Hilliges-Platz können ihr Werkzeug vermutlich noch einige Zeit lang nicht einpacken. Aus dem Rathaus hatte es immer wieder geheißen, dass die Drogeriekette für das Gelände im Herzen der Stadt sehr wichtig sei.

Der offizielle Baustart auf dem Hilliges-Platz war am 21. April. Elf Wochen sollten die Arbeiten dauern. Nun ist Anfang Juli, gut elf Wochen sind um, und ein Ende der Sanierung ist noch nicht in Sicht. In der Zentrale der Drogeriekette im niedersächsischen Burgwedel scheint man nicht sonderlich verärgert, zumindest nicht offiziell. „Osterburg ist für Rossmann ein wichtiger Standort. Wir haben dort eine treue und kauffreudige Stammkundschaft“, unterstreicht Unternehmenssprecher Stephan-Thomas Klose. Zur Umgestaltung des Hilliges-Platzes könne er allerdings nichts sagen.

Der neue Standort ist nur einen Steinwurf weit vom alten entfernt. Während Drogerien in Osterburg und Umgebung allmählich zur Mangelware geworden sind und immer mehr Ketten der Gegend den Rücken gekehrt haben oder gänzlich vom Markt verschwunden sind, vergrößern sich die Niedersachsen in der Kernstadt der Einheitsgemeinde sogar. Klose: „Auf einer Verkaufsfläche von rund 700 Quadratmetern wird alles platziert, was Rossmann heute zu bieten hat, also auch Schul- und Schreibwaren. Es gibt auch eine Kundentoilette.“ Der alte Laden von 1993 habe hingegen nicht einmal halb so viel Verkaufsfläche.

Die Stadtpassage ist kräftig umgekrempelt worden. Hans-Jürgen Sindram, der Eigentümer aus Schleswig-Holstein und Berlin, hat das in der Nachwendezeit errichtete Objekt nach den Bedürfnissen der Hauptmieter umgestalten lassen. Eigentlich sollten am neuen Standort bereits Waren angeboten werden, doch auch die Handwerker in der Ladenzeile brauchen länger als geplant. Für die Drogeriekette zählt letztendlich die Veränderung. Ihr Sprecher vergleicht mit dem alten Standort: „Endlich ist der Verkaufsraum nicht mehr auf zwei Ebenen verteilt, und die Gänge sind deutlich breiter.“

Deutlich attraktiver soll der Hilliges-Platz nach Ende der Arbeiten aussehen. Die Kommune lässt das Gelände für annähernd 270 000 Euro neu gestalten und profitiert dabei von der Städtebauförderung des Landes. Arbeiter erneuern den Untergrund, schaffen ein Wasserspiel, setzen Bänke und Grünpflanzen. Platz und Stadtpassage sollen zukunftssicher gestaltet sein. Für die Drogeriekette in Osterburg bedeute das zudem, dass sich die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter verbessern. „Es werden auch sieben zusätzliche Mitarbeiter für den neuen Laden eingestellt“, kündigt Unternehmenssprecher Klose gegenüber der AZ an.

Von Marco Hertzfeld

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