Krumker Sakralbau verliert Putz / Immerhin: Frischekur für Trauerhalle

Ein Dorfverein sorgt sich um die kommunale Kirche

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Fingerzeig: Vor der Trauerhalle, die nicht zuletzt andere Stühle erhalten soll, richten Frank Ende Klaus-Peter Gose, Matthias Frank und Thorsten Schulz ihren Blick auch auf die Kirche.

Krumke. Der Dorfverein Krumke sorgt sich um die kleine spätromanische Kirche im Ort. „Wir haben uns ihren Erhalt ein bisschen auf die Fahne geschrieben“, sagt Frank Ende, der Vorsitzende, ganz, ganz vorsichtig, wohl wissend, was für eine Herkulesaufgabe da anstehen dürfte.

Im Inneren fällt der Putz von der Decke. Weil irgendwo auch wertvolle Malerei verborgen sein könnte, hat der Denkmalschutz schon ein Auge drauf. „Die Fassade hat es nötig, der Turm müsste neu verputzt werden, und so weiter und so fort. “ Der Sakralbau ist kommunales Eigentum, was die Sache nicht unbedingt einfacher zu machen scheint. Die Einheitsgemeinde ist ziemlich klamm.

Der Verein hat die Glockenanlage elektrifizieren lassen. „Hinzu kommen noch kleinere Dinge. Alles in allem haben wir hier schon gut 5000 Euro reingesteckt. Geld, das die Gemeinde somit sparen konnte“, sagt Ende der AZ am Rande eines Vor-Ort-Termins, der eigentlich der benachbarten Trauerhalle gegolten hat. Die Kirche gehört zum historischen Dorfensemble mit Schloss, Park und Gutshof. Durch gesellschaftliche Umbrüche in Ostdeutschland, die Bodenreform, sei die Kirche in kommunale Hand gelangt. Für die Einheitsgemeinde dürfte das Objekt mehr Last als Lust sein.

Loswerden wolle diese das Gebäude aber deswegen noch lange nicht, beteuert Bürgermeister Nico Schulz (CDU) auf Nachfrage der AZ. Für die Trauerhalle im Osterburger Ortsteil stehen kleinere Arbeiten an. Auch sie gehört der Kommune. Osterburgs Ortsbürgermeister Klaus-Peter Gose (CDU) denkt dabei nicht zuletzt an Malerarbeiten. Zudem soll die Halle, die wie auch anderswo üblich gleich neben dem Gotteshaus steht, Strom erhalten. Die Decke könnte aufgefrischt werden. Und einige Stühle sollen ausgetauscht werden. Dorfvereinsvorsitzender Ende schätzt die Kosten auf maximal vielleicht 5000 Euro. „Momentan ist der Zustand dem Zwecke unwürdig“, findet Ende. Gose und Thorsten Schulz, der für die SPD im Ortschaftsrat sitzt, hatten offenbar mit Schlimmerem gerechnet. Matthias Frank, der für die Verwaltung dabei gewesen ist, will nun nach Finanzierungsmöglichkeiten suchen. Über die Arbeiten an der Halle soll weiter gesprochen werden.

Von Marco Hertzfeld

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