Gladigaus Richtungsanzeiger soll Osterburg nicht stören

Dorf weist den Weg: „Mehr als Gardemaß“

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Ein Blickfang aus Erlenholz: Der Gladigauer Wegweiser steht ziemlich zentral im Ort an einer Straße in Richtung Einwinkel.

Gladigau. Die Kernstadt Osterburg hat einen Wegweiser, das 300-Seelen-Dorf Gladigau auch – und das schon mehr als eine Woche länger. „Welcher nun schöner und besser ist, mögen lieber andere entscheiden.

Unser Wegweiser hat zumindest die richtige Größe, mehr als Gardemaß sozusagen“, meint Dirk Rohbeck, Mitglied des Gladigauer Ortschaftsrates, verschmitzt. Die Konstruktion aus seiner Zimmerei bringt es auf fast drei Meter. Und viel wichtiger: Das tiefste Schild hängt auf zwei Meter. Selbst Touristen und weitere Nutzer des Milde-Biese-Radweges kommen bequem und ohne Gefahr darunter durch. „In Osterburg hängt ja alles etwas tiefer. Mal sehen, wann sich dort der erste Spaziergänger stößt“, sagt Rohbeck mit Augenzwinkern.

Nein, nein, versichert der Gladigauer, niemand wolle der früheren Kreisstadt die Show stellen. Der kleine Ort habe es bekanntlich in den Bundeswettbewerb „Unser schönstes Dorf“ geschafft und wolle mit dem Wegweiser schlichtweg zusätzlich punkten. „Zudem weist unsere Konstruktion auf Backhaus, Traditionsinsel und andere noch nicht ausgeschilderte Sehenswürdigkeiten hin. Sie sieht also nicht nur hübsch aus, sondern hat auch noch einen ganz praktischen Nutzen vor allen für Gäste des Ortes, die sich noch nicht auskennen.“ Die Osterburger verstünden ihr Werk sicherlich auch „ein Stück weit als Gaudi“. Der Wegweiser enthält unter anderem ferne Städte wie Tunis, Sydney und Sankt Petersburg.

Von Marco Hertzfeld

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