Zauberhafte Tempobremse bezirzt am Schloss

Bunter Vogel stolziert vor verschlossenem Tor

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Niemand zuhause: Keinen Zutritt ins Schloss bekommt das schillernde Federvieh aus der Familie der Fasanenartigen Donnerstagmorgen in Calberwisch. Der gemächliche Pfauen-Spaziergang sorgte für Bremsmanöver auf der Kreisstraße nach Düsedau.

tje Calberwisch. Verriegelt, verrammelt, kein Zutritt: Stolz und mit der Umgebung offensichtlich ziemlich vertraut ist ein Pfauenhahn am Donnerstagvormittag vergeblich, aber gemächlich vor dem Tor des Calberwischer Schlosses auf- und abspaziert.

Der bunte Vogel rief bei seinem Auftritt nahe der Kreisstraße in Richtung Düsedau mehrfach das Interesse vorbeifahrender Autofahrer auf sich. Viele Fahrzeugführer schalteten beim Anblick des Federviehs lächelnd einen Gang zurück, weil es einfach sehr schön anzusehen war, wie sich der Zweibeiner auf der Fahrbahn hin- und herflanierte.

Das zuletzt zum Verkauf stehende Neorenaissance-Herrenhaus mit seinen 3000 Quadratmetern Wohn- und Nutzfläche hat in jüngerer Vergangenheit eine wechselvolle Geschichte erlebt. 1995 startete der damalige Besitzer Michael Grimm – ein Berliner Juwelier – im grundsanierten Objekt mit dem Hochzeitsfest eines Stendaler Paares den Versuch, das herrschaftliche Anwesen wirtschaftlich betreiben zu können. Im Jahr 2008 übernahm es dann ein Wahl-Altmärker. Der Biobauer stellte das Anwesen während der Hochwasserkatastrophe 2013 insgesamt 104 Soldaten eines Aufklärungsbataillons der Bundeswehr als noble Unterkunft zur Verfügung. Als letzter Besitzer ist ein Hamburger Ehepaar bekannt, dass das Schloss zum Verkauf abgegeben hat (die AZ berichtete). Von den Eigentümern ist bekannt, dass sie Pfaue gehalten haben.

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