„Müssen schnell richtig Gas geben“

A 14: Bürgermeister Kloth will Wirtschaftsförderer in die Spur schicken

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Rüdiger Kloth will Aufbruchstimmung verbreiten und möglichst viel Bürger mitreißen. Im eindrucksvollen Seehäuser Ratssaal sind die Wappen altmärkischer Städte zu sehen. Der Christdemokrat will unbedingt über den eigenen Tellerrand hinausschauen.

Seehausen. „Wir brauchen nichts schönreden. Die Wirtschaftskraft in der Verbandsgemeinde ist gering. Das merkt man allein schon an den Steuereinnahmen, die recht überschaubar sind.

“ Rüdiger Kloth, seit gut 50 Tagen Bürgermeister, will neuen Schwung in Handel, Handwerk und Gewerbe bringen und die kommunale Wirtschaftsförderung besser aufstellen. Das dafür nötige Personal wolle er möglichst rasch freischaufeln. Momentan sieht der CDU-Mann allerdings noch keinen Ansatzpunkt. „Einer der geeigneten Mitarbeiter zum Beispiel sei noch vollends mit der Abarbeitung der Hochwasserschäden beschäftigt. Das Thema bindet viel Kraft und Zeit. “ Doch auch der größte Aktenstapel sei irgendwann abgearbeitet. Der Aulosener im Gespräch mit der AZ: „Wir haben wirtschaftliches Potenzial, wir müssen einfach möglichst schnell richtig Gas geben. “.

Das Gewerbegebiet am Rande der Kernstadt Seehausen sieht Kloth als wichtigen Eckpfeiler. Es befindet sich in privater Hand, was grundsätzlich nichts Schlechtes sei, im Gegenteil. „Ich bin seit einigen Wochen im Amt und werde mir in nächster Zeit einen genauen Überblick verschaffen, was wir haben und was wir nicht haben.“ Was er schon wisse: Die fünf Mitgliedsgemeinden sind für Investoren nicht gänzlich uninteressant, der eine oder andere Firmen-scout hat sich bereits sehen lassen und Fragen gestellt, immerhin. „Wir wollen und dürfen auch nicht warten, bis die Autobahn fertig ist. Weichen werden jetzt gestellt und nicht erst, wenn der Verkehr rollt.“ Wobei sich der 51-jährige Familienvater auch nicht allein auf die A 14 verlassen will. „Vieles könnte auch schlichtweg auf der Autobahn an uns vorbeilaufen. Das muss man wissen.“

Der Schulterschluss mit den einzelnen Gemeinden, insbesondere der mit der Hansestadt Seehausen, sei enorm wichtig. So sollen schon bald in gemeinsamer Aktion Schilder an der B 189 auf freie Gewerbeflächen hinweisen. „Klappern gehört zum Geschäft. Werbemittel wie diese sind anderswo schon fast selbstverständlich.“ Wenn die Verbandsgemeinde ihre Hausaufgaben erledige, habe sie auch eine ordentliche Zukunft. Dabei spiele der Tourismus natürlich ebenfalls eine Rolle. „Noch fehlt uns einiges, um im Mittelfeld oder gar bei den Großen mitzuspielen, das gilt für die Verbandsgemeinde noch viel mehr als für die Region Altmark insgesamt. Wer wirklich spürbar mehr Touristen begrüßen will, muss sich bewegen. Auch die Versorgung und die Zahl an Übernachtungsmöglichkeiten müssen stimmen.“

Von Marco Hertzfeld

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