Backfeuer soll Museumswoche bereichern / Bockwindmühle noch vor Aufbau / Festprogramm steht

Blaulicht-Verein heizt den Ofen an

Touristen aus der Westaltmark dürfen schon einmal einen Blick in den Backofen werfen. Foto: ws

Beuster. „Wir laufen langsam warm. “ Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Der Backofen im Blaulichtmuseum ist gesetzt und das erste Mal so richtig durchgeheizt. „Wir sind zufrieden und um ein Angebot reicher“, sagt Ralf von Hagen, Vorsitzender des Vereins.

Der Heizapparat soll zu einem wichtigen Anlaufpunkt innerhalb der am 23. Juli beginnenden Museumswoche avancieren und noch viel mehr zukünftig entscheidender Teil einer Art Produktionsstrecke mit dem Arbeitstitel „Vom Acker bis zum Kuchenblech“ werden. Das Herzstück dafür ist eine Bockwindmühle, die einst in Deutsch, Gemeinde Zehrental, stand und in absehbarer Zeit auf dem Vereinsgelände in Beuster aufgebaut werden soll.

Die ersten Besucher haben sich die neueste Errungenschaft, die vor allem mit Buschwerk befeuert wird und deshalb auch Buschbackofen heißt, bereits angeschaut. „Anfangs wird uns sicherlich weiterhin erst einmal Bäckermeister Olaf Buchholz aus Beuster helfen müssen. In der kurzen Zeit bis zur Museumswoche schaffen wir es einfach nicht, uns ausreichend zu qualifizieren“, meint von Hagen mit Augenzwinkern. Ein Buschbackofen habe früher bei zahlreichen Familien daheim gestanden. „Und auch wir produzieren allein mit der Abwärme der Steine.“ Interessierte könnten sich schon jetzt freuen und mit Brot, Kuchen und anderen Gaumenfreuden rechnen.

Der Verein hat das Backhaus vor wenigen Jahren eigenhändig errichtet, den Ofen darin nicht. Eine Firma aus Seehausen zeichnet für ihn verantwortlich. Bis die Besucher des über die Region hinaus bekannten Museums die Bockwindmühle aufgebaut und in voller Größe betrachten können, dürfte noch einige Zeit vergehen. „Ein Teil der Mühle ist bereits restauriert. Wir wollen uns aber auch weiterhin finanziell und personell nicht übernehmen, schließlich läuft im Verein alles auf ehrenamtlicher Basis“, betont von Hagen im Gespräch mit der AZ. „Gut Ding will eben Weile haben.“

Höhepunkt und Abschluss der Museumswoche ist eine Blaulichtparade mit historischen Fahrzeugen am 31. Juli, einem Sonntag. Der Tross werde sich gegen 15 Uhr in Bewegung setzen, verrät von Hagen brandaktuell. Am Nachmittag des 23. Juli ziehen Pferde eine mehr als 100 Jahre alte Handdruckspritze vor das Publikum. Zudem sorgt der Spielmannszug der Seehäuser Feuerwehr für Unterhaltung. Weitere Zugnummern: Am 24. Juli stehen die historische Brandbekämpfung und allerhand Blaulicht im Mittelpunkt. Und am 30. Juli macht die „Altmark Classic“ mit 90 Fahrzeugen in Beuster Station. Ein „Wildecker Herzbuben“-Double und ein Walter-Ulbricht-Darsteller wollen sich an Wochenenden auch für einige Zeit sehen lassen.

In der Museumswoche vom 23. bis 31. Juli hat die Einrichtung am Burggraben täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Besucher können die Sammlung von DDR-Fahrzeugen der Polizei, Feuerwehr und Rettung betrachten. Marken wie Wartburg, Barkas und Robur sollen auch in diesem Jahr wieder möglichst viele Technikfreunde anziehen. „Viele unserer Fahrzeuge stehen in Privatbesitz. Umso mehr freuen wir uns, sie regelmäßig beim Museumsfest präsentieren zu können“, so der Vereinschef. Gezeigt werden darüber hinaus historische Landwirtschaftsgeräte vom Lanz Bulldog über Traktor Pionier bis hin zum Stationärmotor. Sammler zeigen die Schutzausrüstung von Nationaler Volksarmee (NVA), Grenztruppen und Zivilverteidigung. Ein weiterer Hobbyhistoriker will mit Relikten der realsozialistischen Kinder- und Jugendorganisationen begeistern. Rundfahrten mit der Feldbahn, das Blaulichtglücksrad mit zahlreichen Preisen, die historische Schmiede in Aktion sowie ein Floh- und Teilemarkt sind ebenfalls vorgesehen. Und auch der Konsum und die Minol-Tankstelle haben zur Besichtigung geöffnet.

Von Marco Hertzfeld

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