Kreismuseum erinnert an DDR-Stadtplanung: Hochhäuser neben Nicolaikirche

Als die Biesestadt noch ganz hoch hinaus wollte

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Plattenbau-Komplexe im großen Stil wollten Magdeburger Architekten vor 46 Jahren mitten in der Osterburger Altstadt errichten lassen. „Wie in Stendal-Stadtsee“, sagt Frank Hoche.

Osterburg. „Das wäre gewesen wie in Wolmirstedt oder Stendal-Stadtsee“, zeigt Frank Hoche auf einen XXL-Entwurf. Die Skizze des Büros für Städtebau Magdeburg ist 46 Jahre alt.

Sie offenbart, was Osterburg erspart geblieben ist, weil nicht Realität wurde, was DDR-Planer anno 1969 als architektonische Zukunft der Biesestadt am Reißbrett entworfen haben.

Wäre der als „Sanierungskonzeption“ titulierte Plan umgesetzt worden, wären Zehngeschosser in Plattenbauweise direkt neben der Osterburger Nicolaikirche aus dem Boden gestampft worden. Und das Handwerk gotischer Baumeister hätte sich mit dem Waschbetonstil des Realsozialismus gepaart.

Von Plattenbaublocks im großen Stil mitten im historischen Zentrum blieb die Ex-Kreisstadt also verschont. Dennoch sind die Hochhaus-Pläne Teil der jüngeren Stadthistorie, die der Diplom-Historiker zum spannenden Thema der letzten Ausstellung dieses Jahres im Kreismuseum an der Breiten Straße macht. Ab Sonntag, 29. November, zeigt die Schau „Osterburg in alten Ansichten“ mit Objekten, die ausschließlich aus dem Fundus stammen. Nacherlebbar wird dann, wie sich das Gesicht Osterburgs im Laufe der jüngeren Vergangenheit ansehnlich gewandelt hat. Zu bestaunen sind Stadtpläne, Landkarten, Ölbilder, Grafiken und Aquarelle. Die Vernissage ist Bestandteil des Osterburger Weihnachtsmarktes, zu dem am Samstag, 28., und Sonntag, 29. November, in die Stadt an der Biese eingeladen wird.

Von Antje Mahrhold

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