Naturschutzorganisation WWF integriert Raubtier mit Info-Broschüre und App

Beim Wolf zählt die Taktik

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Elektronetze gegen den Wolf müssen am besten täglich auf Spannung und Erdung geprüft werden, demonstriert Wolfsschutzbroschüren-Mitautor Thomas Gerecke fürs AZ-Foto. Auch die Batterien für den Strom im Zaun brauchen ordentlich Saft.

Iden/Altmark. Fixieren, anpirschen, jagen, beißen und töten ist die Strategie des großen Beutegreifers.

Aufrüsten gegen den Appetit des Wolfs sollten alle rund 1000 Nutz- und Hobbytierhalter im Landkreis, wollen sie ihre Schafe, Ziegen und Gehegewildtiere auch weiterhin in freier Natur weiden. Der vielerorts schon mit „Rotkäppchensyndrom“ titulierte Konflikt seit der Rückkehr des mit Mythen beladenen Raubtiers nach gut 150 deutschlandfreien Wolfsjahren polarisiert wie kaum ein anderes Wildtier. Die internationale Naturschutzorganisation WWF (World Wide Fund For Nature) will nun mit Info-Broschüre und Handy-App dafür sorgen, dass der europäische Grauwolf auch in der Altmark angenommen wird.

Einer der Mit-Autoren trägt den Namen der Tat. Wolf Fischer ist Experte fürs Anti-Wolf-Aufrüsten am Zaun. Als Mitarbeiter des Zentrums für Tierhaltung und Technik (ZTT) in der Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (LLFG) in Iden prädestiniert er Land- und Tierwirte, Nebenerwerbslandwirte und Hobbytierhalter im wolfssicheren Zaunbau. „Es kommt auf die Taktik an“, weiß Fischer. Löcher im Zaunnetz, mangelnder Strom, Spannungsverlust durch Aufwuchs und Unebenheiten im Boden am Zaun gefährdeten die Hütesicherheit. Auch Erdungsstellen müssten beständig kontrolliert werden, gegebenenfalls befeuchtet werden.

Von Antje Mahrhold

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