Auch mit Investor keine Zukunft: Abriss in Krevese beginnt kommende Woche

Bagger krallt sich den Block

Der Abrissbagger steht bereits am mausgrauen Block und streckt sich. Im Inneren des Wohnhauses aus DDR-Zeiten sind die Vorarbeiten für das Abtragen bereits so gut wie erledigt. Foto: Hertzfeld

Krevese. Die Tage des umstrittenen DDR-Blocks in Krevese sind nun tatsächlich gezählt. Das Gebäude gleich am Ortseingang soll ab Mitte nächster Woche abgetragen werden. „Wir legen los.

Der Abbruch selbst dauert nicht lange, vielleicht zwei, drei Tage“, kündigt Holger Hampe für das Stendaler Abrissunternehmen auf Nachfrage der AZ an. Dann werden die realsozialistischen Mauern Geschichte sein. Und die Politik bekommt ihren Willen. Der Ortschaftsrat hat auf das Ende der seit einigen Jahren leer stehenden Quartiere gedrängt, mit Unterstützung der Zentrale in Osterburg, schließlich solle der Wohnungsmarkt in der Einheitsgemeinde möglichst gesund sein. Kosten des Abrisses: 75 000 Euro. Mehr als zwei Drittel davon sind Fördergelder.

„So ganz verstehen lässt sich eine solche Aktion allerdings nicht. Hier werden Wohnungen plattgemacht – unglaublich“, kommentiert ein Kreveser, der seinen Namen nicht in der heutigen Zeitung lesen will. Eine Einzelmeinung? „Sicherlich, die Welt ist verrückt“, sagt er und macht ein Foto vom Abrisshaus. Wobei auch Thomas Zimmermann, ein Architekt aus Osterburg, lange Zeit an eine Zukunft des Wohnblocks geglaubt hatte. Er will sogar einen Investor an der Angel gehabt haben, der die Wohnungen saniert und neu vermietet hätte (die AZ berichtete). Von Politik und Verwaltung bekam Zimmermann einen Korb. Die Verantwortlichen im Rathaus hätten das DDR-Relikt am liebsten schon viel früher den Erdboden gleichmachen lassen, doch das Vorhaben musste immer wieder verschoben werden, weil ihnen das Fördergeld fehlte.

Auch für eine andere Osterburger Ortschaft ist der Abrissbagger angekündigt. Einer der DDR-Plattenbauten in Flessau steht ebenfalls schon länger leer. Der Abriss des Komplexes kostet dort fast 160 000, davon sind 127 500 Euro Fördermittel.

Von Marco Hertzfeld

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