Landung des Retter-Helikopters sorgt für Wirbel / Stadtwehrleiter: Keine Schäden bekannt

„Autos kann man doch waschen“

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Der Pilot hält den Hubschrauber noch kurz in der Luft und setzt ihn schließlich auf den Boden. Der Fahrzeugparkplatz gilt als wahrer Flickenteppich. Staub wirbelt auf, Dreck fliegt umher.

Osterburg. Passanten schützen ihre Augen, an benachbarten Straßen geparkte Fahrzeuge sind von einer Sekunde auf die andere mit Dreck bedeckt.

„Wenn es um ein Menschenleben geht, zählt nun einmal jede Sekunde“, reagiert Sven Engel auf den Unmut einiger Anwohner nach der Landung eines Rettungshubschraubers im Herzen Osterburgs. Der Pilot hatte seine Maschine am Freitag auf dem großen Parkplatz an der Lindenstraße abgesetzt (die AZ berichtete). Der Stadtwehrleiter bleibt im Gespräch mit der AZ gelassen: „Mal ehrlich: Autos kann man doch waschen. Schäden sind mir nicht bekannt. Und überhaupt: Da sind Profis im Einsatz, die wissen schon ganz genau, was geht und was nicht. “ Engel selbst war an diesem späten Nachmittag nicht dabei. Dass ein Einsatzfahrzeug der biesestädtischen Brandschützer dazukam, sei mehr ein Zufall gewesen. „Wobei die Feuerwehr in solchen Fällen mitunter schon helfen kann, etwa als Tragehilfe oder wenn es um die Absicherung des Areals geht. “.

Wo ansonsten Autos parken, wirbelten die Rotoren Unmengen von Staub und Dreck auf. Äste und kleinere Steine flogen durch die Luft. Für kurze Zeit sah man die Hand vor Augen nicht. So ähnlich muss sich ein Sandsturm in der Wüste anfühlen. Nach der Landung eilten die Retter zu Fuß in Richtung August-Hilliges-Platz weiter zu ihrem Patienten. „Ein internistischer Notfall“, hieß es aus der Leitstelle in Stendal auf Nachfrage der AZ. Um den unbesetzten Notarzt-Helikopter bildete sich ziemlich schnell eine Menschentraube, vor allem Kinder und Jugendliche wollten einen Blick ins Innere des ADAC-Hubschraubers werfen. Immer mehr Neugierige tauchten auf, am Ende dürften es durchaus ein paar Hundert Leute am und auf dem Platz gewesen sein.

„Alle halbe Jahre kommt so eine Landung schon mal vor“, schätzt Stadtwehrleiter Engel. Der Notarzt aus dem Krankenhaus Seehausen habe einen anderen Einsatz gehabt und sei in Richtung Stendal unterwegs gewesen. Deshalb wurde der Rettungshubschrauber aus dem brandenburgischen Perleberg gerufen. „Dieser Einsatz spricht auch für eine gute medizinische Versorgung in der Fläche. Es wurde kurzfristig eine Alternative gefunden. Dass dies gelingt, sollte im Interesse von uns allen sein, denn jeder kann einmal auf einen Notarzt angewiesen sein.“

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