Flurbereinigung um Großbaustelle bei Erxleben: Bund zahlt nicht für alles

A 14: Kosten für neue Ordnung spalten Gemüter

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Die Autobahntrasse läuft durch die Gemarkung Erxleben. Aber auch Ballerstedt, Flessau und Osterburg sind betroffen.

Erxleben. Der Bau der Autobahn 14 in der Einheitsgemeinde Osterburg wird im Vorfeld weiter Staub aufwirbeln. Diesmal betrifft es die Kosten, welche während des Bodenordnungsverfahrens für Grundbesitzer anfallen. Denn der Bund zahlt nicht alles und überall.

„Im Rahmen der Flurbereinigung rund um Erxleben werden weite Flächen für das große öffentliche Bauvorhaben bereitgestellt“, sagt Hartmut Kriese vom Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Altmark (ALFF). Deshalb sei es auch eine Sonderform des Verfahrens. Ziele seien deshalb die Verteilung des Landverlustes auf einen größeren Kreis von Eigentümern. Ohne Flurbereinigung würden einzelne Eigentümer besonders betroffen sein. Benötigtes Land soll durch das Verfahren möglichst einfach an den Bund übergehen. Weitere Flächen werden mittels Landabzug, bezahlte Enteignung, aufgebracht. Ziel sei der geringstmögliche Eingriff in das Eigentum, so Kriese.

Hartmut Kriese vom Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Altmark.

Insbesondere durch die Autobahntrasse werden Flurstücke, Bewirtschaftungseinheiten und Wege zerschnitten. „Ohne das begleitende Verfahren, das noch Ende des Jahres eingeleitet werden soll, würden viele dieser Nachteile verbleiben.“ Andere Aufgaben wie beispielsweise die Auflösung von bestehenden Landnutzungskonflikten oder Arrondierung von zersplittertem Grundbesitz werden auch realisiert.

Sobald der Planfeststellungsbeschluss vorliegt und Baurecht besteht, kann die Straßenbauverwaltung beim ALFF einen Antrag auf Einweisung in die benötigten Flächen stellen. „Daraufhin wird den Eigentümern der Besitz entzogen“, so Kriese. Soweit vorhanden, würden Ersatzflächen zur Verfügung gestellt. Ist das nicht möglich, zahlt der Bund eine Entschädigung.

„Wir gehen derzeitig davon aus, dass im Planungsabschnitt bereits in 2017 erste Baumaßnahmen erfolgen.“ Die Anordnung des Verfahrens erfolgt durch das Landesverwaltungsamt in Halle voraussichtlich im Spätsommer.

Alle durch den Bau der A14 verursachten Kosten trägt die Bundesrepublik Deutschland. Damit ist das angeordnete Verfahren für die beteiligten Eigentümer kostenfrei. Allerdings können die Teilnehmer auch Maßnahmen im eigenen Interesse umsetzen. „Dabei entstehende Kosten fallen dann der Teilnehmergemeinschaft zur Last“, erklärt Kriese. Der Fördersatz beträgt aktuell 75 Prozent. Über genaue Beträge und deren Finanzierung wird erst im Vorfeld der Vorstandswahl der Teilnehmer informiert.

Von Ronny Kauerhof

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