Wasserverband Klötze führt Befragung in Lockstedt, Hohenhenningen, Jahrstedt, Jübar und Hanum durch

Wo wird Regenwasser eingeleitet?

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Wer sein Regenwasser sammelt oder auf dem Grundstück versickern lässt, ist auf der sicheren Seite. Auf alle anderen Grundstückseigentümer könnte für das Einleiten in öffentliche Kanäle irgendwann einmal Kosten zukommen.

Klötze / Jübar. Versickert das Regenwasser auf den Grundstücken oder wird es in öffentliche Kanäle eingeleitet? Klarheit über diese Frage möchte der Wasserverband Klötze (WVK) in einigen Orten des Verbandsgebietes erlangen.

Konkret geht es, wie der WVK mitteilt, um die Klötzer Ortsteile Lockstedt, Hohenhenningen und Jahrstedt sowie um die beiden Jübarer Ortsteile Jübar und Hanum. Das vom Verband beauftragte Planungsbüro Pro 2000 aus Magdeburg verschickt aus diesem Grund dieser Tage Befragungsbögen an die einzelnen Grundstückseigentümer.

Hintergrund: In den genannten Orten betreibt der WVK sogenannte Mischwasserkanäle, in denen neben häuslichen Abwässern auch anfallendes Regenwasser abgeleitet wird. Welcher Eigentümer das Regenwasser auf seinem Grundstück versickert, sammelt oder direkt in einen Graben ableitet, sei dem Verband nicht bekannt. Der WVK weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass laut § 79b des Landeswassergesetzes der Grundstückseigentümer für die Beseitigung des Niederschlagswassers verantwortlich ist. Es sei denn, das Versickern ist nicht möglich oder beeinträchtigt negativ die nähere Umgebung. Damit werde grundsätzlich das ökologische Ziel gefördert, „Niederschlagswasser möglichst nah an seinem Entstehungsort zu speichern, zu gebrauchen oder dem Grundwasser direkt wieder zuzuführen“.

Ziel der Befragung sei es, versiegelte Flächen zu erfassen, von denen Regenwasser über einen Anschlusskanal oder aber über öffentliche Flächen fließend in einen Straßenablauf gelangt. Die ermittelten Werte sollen schließlich „bedarfsgerechte Planungen“ und der „Prüfung der Auslastbarkeit“ dienen. Auch die Frage, zu welchen Anteilen die Niederschlagswasserkanalisation von wem genutzt wird, steht dabei im Raum.

Vor der Befragung drücken kann sich übrigens kein Eigentümer. Wie Birgit Lange, Geschäftsführerin des Wasserverbandes, auf Nachfrage der AZ erläutert, habe das beauftragte Büro anhand von Luftbildern für jedes Grundstück bereits potenzielle Hof- und Dachflächen ermittelt, von denen Regenwasser in öffentliche Kanäle gelangt. Die Grundstückseigentümer bekommen also einen bereits ausgefüllten Bogen zugesandt, auf dem sie jedoch Änderungen angeben können – beispielsweise im Falle einer Regenwasserversickerung auf dem eigenen Grundstück. Wird auf den Fragebogen gar nicht reagiert, „werden die ermittelten Werte als gegeben angenommen“, so Lange. Im Zweifel habe der WVK auch die Möglichkeit, die Anschlüsse vor Ort durch Benebeln der Kanäle ausfindig zu machen.

Dass nach der Befragung direkt eine Rechnung folgt, sei laut der WVK-Geschäftsführerin nicht zu befürchten. Da die Aufgabe der Niederschlagswasserbeseitigung bei den Gemeinden liege, habe der WVK gar nicht die Möglichkeit dazu, so Lange. Der Verband habe jedoch die Option, die jeweiligen Straßenbaulastträger, also Gemeinden oder Kreis, an den Kosten für die Regenwasserbeseitigung zu beteiligen. Die Kommunen wiederum könnten die Grundstückseigentümer heranziehen. Dass in diesem Fall die vom Klötzer Wasserverband erhobenen Daten genutzt würden, sei selbstverständlich.

Von Matthias Mittank

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