Verschiedene Schwerpunkte in den Ortsteilen setzen

Gemeindliches Entwicklungskonzept Klötze: „Wir brauchen nicht überall alles“

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Die Kuseyer Tischtennisabteilung im TSV ist durch den Wechsel von Klötzer Tischtennisspielern nach Kusey stark angewachsen. Es müsse nicht mehr in jedem Sportverein jede Sparte angeboten werden, wünscht sich Matthias Mann Schwerpunkte. Foto: Archiv/ww

Klötze. Nach der Sommerpause wird sich der Klötzer Stadtrat mit einem integrierten gemeindlichen Entwicklungskonzept (IGEK) befassen müssen. Die Verwaltung ist schon dabei, ein Planungsbüro auszuwählen, dass die Stadt bei dem Konzept unterstützen soll.

Ein solches Konzept ist Voraussetzung, damit Klötze auch in Zukunft Fördermittel aus den verschiedenen Landes-, Bundes- und EU-Programmen akquirieren kann. „Das Ganze dient aber auch als Grundlage für private Investitionen“, erläutert Bürgermeister Matthias Mann im AZ-Gespräch. Dazu können Projekte eingebracht werden, die schon wieder in der Schublade verschwunden sind, weil es bislang keine Finanzierungsmöglichkeiten gab. Als Beispiel nennt der Bürgermeister die Immekather Ruine.

Im Entwicklungskonzept wird – wie der Namen schon sagt – festgeschrieben, wie sich die Stadt in Zukunft entwickeln will, wo sie die Schwerpunkte setzt. Dazu werden nicht nur Stadträte, sondern auch Vereine, Gruppen und Privatleute aufgefordert, sich zu beteiligen. „Es sollen sich zum Beispiel auch die Vereine in dem Konzept wiederfinden“, erläuterte der Bürgermeister. So könnten beispielsweise Kirchengemeinden für die Sanierung der Gotteshäuser oder die Umnutzung, wie dies bei der Immekather Kulturkirche bereits ins Auge gefasst wird, Fördergelder bekommen. „Wichtig ist, dass die Antragsteller die Fördergrundlagen erfüllen“, erklärt Matthias Mann.

Die Einheitsgemeinde müsse offen für eine „vernünftige Regionalentwicklung“ sein, so sein Wunsch. Denn: „Wir brauchen nicht überall alles, man muss auch mal über den Tellerrand gucken.“ So sollten in den Ortsteilen Schwerpunkte gesetzt werden, wünscht sich Matthias Mann. Als Beispiel nennt er die Sportvereine, die über Probleme bei den Mitgliederzahlen im Jugend- und Erwachsenenbereich klagen. Weil es nicht in jedem Dorf genügend Nachwuchs gibt, werden zum Beispiel häufig Spielgemeinschaften gebildet. Der Bürgermeister könnte sich als Variante vorstellen, dass einfach nicht mehr in jedem Ort jede Sportart angeboten wird, sondern sich die Vereine auf eine Sparte konzentrieren. So könnte in einem Verein der Schwerpunkt auf Volleyball, im Nachbarort auf Tischtennis gesetzt werden. „Die Wege innerhalb der Stadt sind so kurz, dass man es jedem zumuten kann, von A nach B zu fahren“, findet der Klötzer Bürgermeister. Das Niveau des Angebots sollte im Blickpunkt stehen, nicht die Masse.

„Das ist auch eine Chance für uns“, schätzt Matthias Mann ein. So könnte es zu einem gesunden Wettbewerb zwischen den Ortsteilen kommen, denn: „Ohne Konkurrenz entwickelt sich nichts.“

Das IGEK bietet Vereinen, Firmen und Privatleuten ebenso wie der Stadt und den Ortsteilen die Gelegenheit, Projekte für die Zukunft zu entwickeln und für das Konzept einzureichen. Dabei geht es sowohl im bauliche Maßnahmen als auch um soziale und kulturelle Projekte. Die Bandbreite der Förderungen ist groß.

Von Monika Schmidt

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