Jugendliche wollen in Klötze erwartete Flüchtlingsfamilien helfen / Vorbereitungstreffen am 16. Oktober

Willkommensessen als erste Idee

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Während der Ideenwerkstatt im Kuseyer elz zur aktuellen Flüchtlingssituation wurden auch Erwartungen und Ängste gesammelt. Sandra Wißwedel und Denise Hausmann freuen sich unter anderem auf mehr Vielfalt und das Kennenlernen neuer Kulturen.

Kusey. Auf großes Interesse unter den Jugendlichen aus der Region stieß die aus aktuellem Anlass initiierte Ideenwerkstatt unter dem Motto „Bunt statt braun – Jugend für eine herzliche Willkommenskultur“ am Freitagabend im evangelischen Landjugendzentrums (elz) in Kusey.

Es kamen nicht nur Mitglieder der Jungen Gemeinde Kusey und der Jungen Gemeinschaft Altmark zusammen – über das soziale Netzwerk Facebook konnten trotz der kurzfristigen Ankündigung weitere Interessierte rechtzeitig eingeladen werden. So füllten sich die Plätze des Seminarraums im Landjugendzentrum bis auf den letzten Platz.

Neben Informationen zur aktuellen Situation für Flüchtlinge im Altmarkkreis wurden gemeinsam erste Handlungsansätze diskutiert. Gemeindepädagoge Martin Zander nutzte zu Beginn ein animiertes Video der Youtube-Reihe „In a nutshell – Kurzgesagt“, um die Flüchtlingssituation in Europa für die Jugendlichen zuerst noch einmal sehr anschaulich darzustellen. Ergänzend dazu folgte eine Präsentation mit aktuellen Fakten und Prognosen zur Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen im Altmarkkreis. Kreisdezernent Hans Thiele hatte diese für Informationsveranstaltungen vorbereitet und zur Verfügung gestellt. Martin Zander berichtete über bereits laufende Initiativen, wie den Einsatz von ehrenamtlichen Integrationslotsen des Altmarkkreises und der Anstellung von zwei Koordinatoren für die diakonische Flüchtlingshilfe.

Des Weiteren konnte als Ergebnis der vorangegangenen Zusammenkunft der Gemeindekirchenräte die Nutzungsmöglichkeit des elz als Notunterkunft für Flüchtlinge gerade in den Wintermonaten bekanntgegeben werden.

Um die Stimmung der Anwesenden einzufangen, hingen zwei Plakate an der Wand. Im Laufe der Veranstaltung sammelten sich unter der Überschrift „Darauf freue ich mich“ Gedanken wie: Vielfalt und das Kennenlernen neuer Kulturen. Auf der anderen Seite, die die Ängste der Jugendlichen zusammenfasste, kamen Stichworte wie Vorurteile und „besorgte Bürger“ zu Papier, aber auch Gewaltbereitschaft und der Klötzer Ruf mit brauner Vergangenheit zur Sprache. Diese Gedankensammlung gab den Startschuss, um konkrete Ideen für eine bunte Willkommenskultur auch in Klötze zu erarbeiten.

Von der Recherche und Bekanntgabe von Sammelstellen für Sachspenden für die bald in Klötze lebenden Flüchtlingsfamilien über ein gemeinsames Erkunden der Region und das Erstellen eines mehrsprachigen Informationsblattes, wurde die Idee einer Einladung zum Willkommensessen als erstes konkretisiert. So soll es am 6. November ab 18 Uhr im Kuseyer elz ein gemeinsames Abendessen geben. In Kalbe waren so aus einem Abend viele weitere Aktivitäten entstanden, wie beispielsweise Deutschkurse, ein Chor oder ein Gartenprojekt.

Zum nächsten Vorbereitungstreffen lud Martin Zander alle Anwesenden und weitere Interessierte am Freitag, 16. Oktober, ins elz ein.

Von Verena Treichel

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