Stadt Klötze: Ohne Studie keine Planung

Weitere Bauplätze nur mit positivem Demografie-Check

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Wo vor wenigen Wochen noch ein leerstehendes Wohnhaus stand, verteilen die Bagger nun Mutterboden, um ein Baugebiet vorzubereiten. Das kann aber nur geplant werden, wenn die Stadt den Demografiecheck des Landes besteht und den Bedarf an weiteren Eigenheimen nachweisen kann.

Klötze. Die Stadt Klötze steht vor einem Problem: Nicht nur für die Beantragung von Fördermitteln, sondern auch für die Bewilligung von Bebauungsplänen muss die Kommune einen positiven Demografie-Check nachweisen.

Für diesen wird die Bevölkerungsprognose des Landes zu Rate gezogen, nach der gemeinsam mit dem Entwicklungskonzept beschrieben wird, wie sich die Stadt weiter entwickeln will. Dazu muss aber erst noch ein Integriertes Entwicklungskonzept (IGEK) in Auftrag gegeben werden, informierte Bürgermeister Matthias Mann den Stadtrat. Erste Gespräche mit Planungsbüros hat es schon gegeben. Ende August, Anfang September soll den Stadträten vorgestellt werden, wie die Planung laufen soll. Bis dahin greift die Stadt bei der Antragstellung auf Fördermittel auf die alten Dorfentwicklungs- und Dorferneuerungspläne der Ortsteile sowie die Stadtsanierungskonzepte für Klötze zurück, so der Stadtratsbeschluss.

Parallel dazu laufen die Vorbereitungen, für die neue Freifläche an der Salzwedeler Straße in Zusammenarbeit mit dem Sanierungsträger Saleg einen Bebauungsplan auf den Weg zu bringen. Dazu muss die demografische Entwicklung der Stadt ermittelt werden. „Für die demografische Entwicklung der Stadt sind Baugebiete wichtig“, zog Jörg Kägebein (SPD) im Stadtrat den Umkehrschluss. Denn jungen Menschen, die sich mit ihrer Familie in der Stadt niederlassen und ein Eigenheim bauen wollen, müssten entsprechende Flächen angeboten werden können. Jörg Kägebein wünschte sich eine genaue Auflistung von der Verwaltung, wie viele Interessenten und Anfragen für Bauplätze es im Rathaus gibt. „Es gibt viele Anfragen“, erwiderte Bürgermeister Matthias Mann, ohne diese genau beziffern zu können. Er wisse jedoch, dass es regelmäßig Anfragen per Telefon oder persönlich nach Baugrundstücken gebe.

Für die Salzwedeler Straße sei noch nicht klar, wie viele Bauplätze dort entstehen können. Die Saleg prüfe zurzeit, ob eine Stichstraße mit einem Wendehammer gebaut werden kann. „Die Ansprüche an die Grundstücksgröße sind gestiegen“, erklärte Matthias Mann. Der hintere Teil der Flächen ist Überflutungsgebiet und ohnehin nicht bebaubar. Aber, so betonte der Bürgermeister: „Ohne die Studie über die demografische Entwicklung ist auch keine Änderung des Flächennutzungsplanes möglich“, erklärte er den Stadträten. Die Analyse des vorhandenen Leerstands, die Gebietsentwicklung der Stadt und die Prognose über die Bevölkerungsentwicklung werden bei der Landesplanung künftig eine große Rolle spielen.

Von Monika Schmidt

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