Zahlreiche Verbindungen, vor allem für Radfahrer, wachsen zu

Wer Wege anlegt, muss sie später auch pflegen

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Kaum zu erkennen ist der Radweg, der vom Kunrauer Friedhof parallel zum Landwirtschaftsweg angelegt wurde. Der Schotterstreifen ist fast komplett zugewachsen.

Kunrau / Neuendorf. Es ist ein leidiges Thema in vielen Orten. Vor allem Wege, die vor Jahren über ABM geschaffen wurden, beispielsweise um den Radwegtourismus anzukurbeln, sind inzwischen als solche gar nicht mehr zu erkennen.

Auch Gehwege sind betroffen: So können Fußgänger in Neuendorf den Gehweg nicht mehr nutzen, sondern müssen auf die Fahrbahn ausweichen.

Viele wachsen wieder zu, weil keine Maßnahmen für die Pflege bewilligt wurden. Poller aus Holz, mit denen Radwege von der Straße abgetrennt wurden, sind verfault und wurden nicht ersetzt. Im Kunrauer Ortschaftsrat machte jetzt Karsten Nieder darauf aufmerksam, dass der Rad- und Fußweg zum Friedhof langsam zuwachse. „So geht es mit vielen Wegen“, kannte Ortsbürgermeister Uwe Bock das Problem bereits. Auch das städtische Ordnungsamt sei bereits informiert, um zu klären, wer für welche Wege zuständig ist. Touristen seien mit den zugewachsenen Wegen schon gar nicht herzulocken, stellte Bock auch mit Blick auf das zukünftige Biosphärenreservat und das Tourismuskonzept fest. „Wir können nicht nur neue Wege schaffen, wir müssen auch die alten erhalten“, forderte Uwe Bock deshalb.

Besonders dort, wo auf den Tourismus gesetzt werde, sei eine regelmäßige Pflege nötig. Er verwies als Beispiel auf den Weg Richtung Kaiserwinkel. „Da ist die Mulde schon bald einen halben Meter hoch“, so Bock. Und auch am Kunrauer Naturlehrpfad, der offiziell laut Ausschilderung hinter dem Schloss beginnt, ist schon nach ein paar Schritten Schluss, weil der Weg mangels Pflege gar nicht mehr zu erkennen ist. „Nach fünf Metern ist der Pfad zu Ende“, bedauerte der Kunrauer Ortsbürgermeister.

In der Kritik sind nicht nur die unbefestigten Wege, es gibt in den Ortsteilen auch immer wieder gepflasterte Gehwege, die nicht mehr als solche zu benutzen sind. Ein Beispiel ist der Gehweg in Neuendorf an der alten Villa. Eigentlich sollten dort die Schulkinder sicher auf dem Gehweg zur Bushaltestelle gelangen können. Doch der Weg ist völlig verkrautet und unbenutzbar. Die Kinder müssen stattdessen auf der Straße gehen, gerade bei der bald beginnenden dunkleren Jahreszeit eine Gefahr. Auch im Neuendorfer Ortschaftsrat wurde schon über diesen Gehweg gesprochen. Passiert ist noch nichts. Verantwortlich ist in solchen Fällen laut Straßenreinigungssatzung der Grundstückseigentümer. Wenn der seinen Pflichten nicht nachkommt, kann die Stadt Ordnungsstrafen verhängen. Wie Ortsbürgermeisterin Domenica Borm bei der jüngsten Sitzung ihres Rates informierte, gebe es noch einige weitere kritischen Stellen in den Ortsteilen. Teilweise stehen auch die Pflastersteine, von den Baumwurzeln gedrückt, hoch, sodass Gefahrenquellen entstehen.

Von Monika Schmidt

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