Sekundarschul-Projekttag angesichts der Asyl-Debatte aktuell wie nie

Verständnis für fremde Kulturen wecken

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Ganz selbstverständlich und ohne Scheu tanzten, jonglierten und zauberten die Klötzer Sekundarschüler gestern bei der Präsentation in der Hegefeldhalle. Das Projekt „Instant Acts“ soll Ängste vor fremden Kulturen abbauen.

Klötze. Der Zeitpunkt für den gestrigen Projekttag gegen Gewalt und Rassismus hätte nicht besser gewählt sein können.

Während am Dienstag bei der Info-Veranstaltung des Kreises die Einwohner noch ihre Ängste formulierten, weil ab Oktober Flüchtlingsfamilien auch in Klötze untergebracht werden sollen, kamen gestern Künstler aus aller Welt an die Allende-Schule, um mit den Jugendlichen aus der Einheitsgemeinde zu tanzen, zu jonglieren und gemeinsam Musik zu machen. „Instant Acts“ heißt das Projekt, das seit über 20 Jahren unterwegs ist und in Klötze bereits zum zweiten Mal Station machte. „Es geht darum, Ängste zu überwinden“, erklärte Projektleiter Til Dellers. Ängste, nicht nur vor dem eigenen Können, sondern auch vor dem Fremden. In zehn Workshops bauten die Klötzer Jugendlichen zu den Künstlern aus dem Ausland schnell Kontakt auf, erfuhren Neues, lernten andere Kulturen kennen. „Es geht darum, in einen Austausch zu kommen“, erläuterte der Projektleiter weiter. Durch die Präsentation in der Sporthalle, bei der die Jugendlichen ohne Scheu zeigten, was sie in den zwei Stunden gelernt hatten, „bekommen sie ein hilfreiches Erlebnis“, so Dellers. Diese Erfahrung, der großen kulturellen Gemeinschaft, soll möglichst lange in den Köpfen der Schüler bleiben und helfen, Vorurteile gegenüber Ausländern abzubauen. Ganz aktuell dient der Projekttag auch dazu, den Geist der Schüler auch für die baldige Ankunft der Kinder aus Flüchtlingsfamilien zu öffnen.

Von Monika Schmidt

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