Kunrauer Ortsdurchfahrt soll in absehbarer Zeit grundhaft ausgebaut werden

„Vermutlich stopfen die nur die Löcher“

+
Pfeile, Kreuze, Striche und Kreise wurden auf die Kunrauer Ortsdurchfahrt gemalt. Was die einzelnen Zeichen zu bedeuten haben, hätte Anwohnerin Gudrun Lenz gern vom Ortschaftsrat gewusst. Der konnte aber nicht weiterhelfen und verwies an die Behörde.

Kunrau. „Ausgerechnet bei uns sind keine Markierungen auf der Straße“, wunderte sich Anwohnerin Gudrun Lenz im Kunrauer Ortschaftsrat. Die Ortsdurchfahrt ist von der Straßenmeisterei bereits markiert worden, um punktuell Schäden zu beseitigen (wir berichteten).

Wie Ortsbürgermeister Uwe Bock informierte, hatte er im Juli mit Wolfgang Loose, dem Leiter der Straßenmeisterei, gesprochen. Dieser hatte ihm erklärt, „dass nicht jedes Loch gemacht wird, weil in zwei Jahren die Straße grundhaft ausgebaut werden soll“, erklärte Uwe Bock. Deshalb solle jetzt nicht zu viel Geld in die Flickarbeiten gesteckt werden. „Vermutlich stopfen die erstmal nur die Löcher“, informierte Uwe Bock.

Eine Aussage, mit der Gudrun Lenz überhaupt nicht einverstanden war. Sie forderte eine Antwort, warum vor ihrer Haustür, wo eine der stärksten Absenkungen der Straße in der gesamten Ortsdurchfahrt ist, keine Markierungen gesetzt wurden. „Das ist mir unklar. Die Gläser zittern im Schrank, aber das habe ich ja immer schon gesagt“, erinnerte sie daran, dass das Thema Ortsdurchfahrt von ihr in jeder Ortschaftsratssitzung angesprochen wurde. Die Erschütterungen seien so heftig, dass bereits ein Schrank im Haus von der Wand gefallen ist. „Gut, dass die Enkelkinder nicht da waren“, malte sie sich schlimmere Schäden aus.

Auch eine Geschwindigkeitsbegrenzung werde es für die Kunrauer Ortsdurchfahrt nicht geben, wusste Uwe Bock aus früheren Verhandlungen mit den Behörden. „Das wird nicht genehmigt, weil wir die erforderlichen Durchfahrtszahlen nicht erreichen“, erläuterte er. Das hätten ja auch die Orte an der B 71 nur gerade so geschafft.

Dass die gesamte L 23 in einem schlechten Zustand ist, sei überall bekannt. Neben Kunrau und Jahrstedt, wo die grundhafte Sanierung im kommenden Jahr erfolgen soll, ist auch der Abschnitt von Neuferchau nach Kusey kritisch, wusste Uwe Bock. „Wer da mal bei Regen mit dem Hänger unterwegs ist, kommt in den Fahrspuren schnell ins Schlingern.“

Trotz allem sei es nicht Sache des Ortschaftsrates oder der Stadt, betonte Uwe Bock bei der Sitzung geduldig. Einzig die Landesbaubehörde und die Straßenmeisterei könnten die Ansprechpartner für die Anlieger sein. „Wenn die Bürger bei der Straßenmeisterei anrufen, bringt das mehr“, war auch Burkhard Hartmann überzeugt. „Da müsste jeden Tag das Telefon bimmeln“, wünschte er sich. Gudrun Lenz wollte das nicht einsehen, schließlich zahle sie Grundsteuern an die Stadt Klötze. Da könne sich diese auch um das Anliegen der Kunrauer kümmern. „Die Stadt ist für die Gesamtheit der Bürger verantwortlich und nicht nur für den Friedhof“, stellte die Anwohnerin empört fest. „Aber nicht für die Straße“, startete Uwe Bock einen weiteren Anlauf, den Sachverhalt zu vermitteln.

Inzwischen sind auch für den Abschnitt vor dem Grundstück von Gudrun Lenz Markierungen auf der Straße aufgezeichnet worden.

Von Monika Schmidt

Kommentare