Immer mehr Städter zieht es in den Kleingarten

Urlaub im eigenen Grün liegt im Trend

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Monika und Otto Hein sind passionierte Kleingärtner. Für sie ist die Parzelle im Friedensberg das liebste Urlaubsziel.

Klötze. Sommerzeit ist Urlaubszeit, aber nicht jeden zieht es die Ferne. Urlaub im Garten liegt im Trend. Wer kein eigenes Grün am Haus hat, pachtet einen Schrebergarten. Lange galt dieser als Inbegriff der deutschen Spießigkeit, doch das Stereotyp ist veraltet.

Eine Studie des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Städteentwicklung stellte bereits 2008 einen Generationswechsel bei den Kleingärtnern fest. Vor allem bei Städtern und jungen Familien bildet die eigene Parzelle eine beliebte Rückzugsmöglichkeit fernab des Alltagsstresses und eine gute Alternative zu teuren Urlaubsreisen. Und das besonders in den neuen Bundesländern – denn wie das Reisebuchungsportal ab-in-den-urlaub. de herausfand, liegt jede zweite Parzelle in Ostdeutschland.

Die beiden Klötzer Monika und Otto Hein können bereits seit 2003 eine Parzelle im Kleingartenverein Friedensberg in Klötze ihr eigen nennen. Im Gespräch mit der AZ erklärt das Paar, warum es den Sommer am Liebsten im eigenen Kleingarten und nicht im Ausland verbringt. „Wir können hier einfach machen was wir wollen und wozu wir Lust haben“, erzählt Monika Hein. Die 63-Jährige wohnt mit ihrem Ehemann in einem Neubau. Nur der kleine Balkon als kleines Plätzchen im Grünen reicht ihnen nicht. Zwar mussten sie zunächst einige Zeit und Arbeit in ihre Parzelle investieren, doch der Aufwand hat sich gelohnt. „Damals als wir den Garten übernommen haben, war er nicht so gepflegt. Überall war nur Unkraut und wir haben einen ganzen Container voll Müll rausgetragen“, erinnert sich Otto Hein. Nach und nach haben die Hobbygärtner die Laube neu gestaltet und den Garten nach ihren Wünschen angelegt.

Nur an die Drittelregelung, die im Kleingartenverein Vorschrift ist, mussten sie sich bei der Gartengestaltung halten. „Das bedeutet, dass ein Drittel der Fläche Gemüseanbau ist, ein Drittel Bäume und Sträucher und ein Drittel dient der Erholung“, erklärt Otto Hein. Die oft als spießig verschrienen Regeln in deutschen Kleingartenanlagen, haben ihre Vorteile, weiß der 65-Jährige. So gilt in der Gartensparte Friedensberg, von 13 bis 15 Uhr Mittagsruhe einzuhalten. Rasenmäher und andere laute Gerätschaften haben dann Pause. „Ich finde das gut. Es gibt eine feste Zeit zu der Ruhe herrscht. Man kann sich drauf verlassen, dass man nicht gestört wird“, begründet Monika Hein. Keine nervigen Weckgeräusche beim Mittagsschlaf in der Laube sind also garantiert. Danach kann wieder jeder tun, wozu er Lust hat. Monika und Otto Hein machen gerne Spaziergänge durch die Anlage. Sie lieben die Ruhe aber auch die Gemeinschaft im Friedensberg. „Wir gucken uns gerne die anderen Gärten an und sammeln Ideen für den eigenen. Außerdem kann man sich mit den anderen gut austauschen, man plaudert mal oder tauscht neue Blumensorten“, so Monika Hein.

Besuch bekommen die beiden Punitzstädter in ihrem Kleingarten oft von der Familie. „Für die Enkelkinder bauen wir dann den Pool auf“, erzählte Monika Hein. Und auch für Grillfeste mit Freunden und der Familie wird der Garten viel genutzt.

Warum der Garten und nicht eine Reise in ferne Länder der ideale Sommerurlaub der ideale Urlaub für die beiden ist? „Mir gefällt hier alles. Ich brauche nichts anderes und bin einfach rundum glücklich und zufrieden“, erzählt Monika Hein und blickt dabei auf ihr grünes Paradies.

Von Katharina Schulz

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