Uwe Bartels muss vor dem Amtsantritt noch seine Firma neu organisieren / 95,1 % in Jahrstedt

„Umgang miteinander verbessern“

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Vor Freude hatten sie Tränen in den Augen: Uwe Bartels und seine Frau Bettina hatten am Sonntag allen Grund zum Strahlen. Der Jahrstedter wird neuer Bürgermeister von Klötze.

Jahrstedt / Klötze. „In der Deutlichkeit habe ich damit nicht gerechnet“, erklärte Uwe Bartels (UWG). Der Jahr-stedter wurde am Sonntag mit einer deutlichen Mehrheit von 56,4 % zum neuen Bürgermeister der Einheitsgemeinde Klötze gewählt (wir berichteten).

„Ich habe im Saal die ganze Geschichte verfolgt und dann haben alle gejubelt und sich gefreut. Jetzt muss ich das erstmal alles sacken lassen“, erzählte er gestern im Gespräch mit der AZ.

Am 1. Januar 2017 tritt er in sein neues Amt und hat einige Ideen, was er alles ändern möchte. „Ich möchte auf jeden Fall den Umgang mit den Menschen ändern. Vorher wurde man als Ortsbürgermeister oft einfach abgewatscht. Ich will den Umgang miteinander verbessern und mehr Transparenz schaffen“, verspricht Uwe Bartels. Das Fehlen dieser Transparenz wurde in der Vergangenheit oftmals in den Ortschaftsräten bemängelt. Es gebe zu wenig Informationen von der Stadt, so der einheitliche Tenor. „Die Zusammenarbeit innerhalb der UWG klappt sehr gut und genau das möchte ich jetzt ausweiten. Es soll in alle Richtungen transparenter werden. Ich möchte einen Weg suchen, wo wir alle gemeinsam gut miteinander arbeiten“, kündigte Uwe Bartels.

Auch die Dörfer sollen stärker berücksichtigt werden. „Ich möchte die verschiedenen Fördertöpfe mehr für die Dörfer auslasten“, erklärte der Jahrstedter. Trotzdem solle die Kernstadt dabei nicht vergessen werden.

Wie er sich genau auf das Bürgermeisteramt vorbereiten will, weiß der Jahrstedter noch nicht. Zunächst wolle er sich um sein Baugeschäft kümmern. „Ich habe ja auch Angestellte und für die muss es weitergehen. Jetzt muss ich einige Aufgaben verteilen und organisieren. Die Firma hat einen guten Ruf und der soll erhalten bleiben. Wir haben auch für nächstes Jahr auch schon wieder Aufträge“, erzählte er. Schon beim Wahlforum hatten sich die Einwohner Sorgen um die Firma gemacht. Dort hatte Uwe Bartels angekündigt, einen Geschäftsführer einzustellen. Denn dass es bei der Wahl um den hauptamtlichen Posten des Bürgermeisters ging, war ihm sehr wohl bewusst.

Was er als Erstes tun wird, wenn er sein Amt im Rathaus antritt? „Das weiß ich noch nicht genau. Ich werde mich erstmal allen vorstellen, auch in der Stadtwirtschaft“, sagte er. Dort gebe es auch einiges im Technikbereich zu verbessern, ist er überzeugt. „Die Geräte, die vorhanden sind könnten noch besser ausgelastet werden, Sommer wie Winter“, erklärt er. Sein Wunsch: mehr Effektivität in der Stadtwirtschaft.

Es war eine spannende Stunde während der Auszählung der Stimmen am Sonntagabend. Um 18.05 Uhr meldete das erste Wahllokal ein Ergebnis: Trippigleben. Mit einer Mehrheit für Uwe Bartels, die den ganzen Abend nicht mehr kippte. Die Dönitzer schafften ihr Ziel, Erster bei der Auszählung zu werden nicht. Erst um 18.16 Uhr meldete sich der Wahlbezirk. Das lag darin begründet, dass die Dönitzer immerhin zehn Stimmen mehr zu zählen hatten als die Schnellsten. Und mit 75,7 Prozent hatte Dönitz auch die höchste Wahlbeteiligung. Die war im Übrigen neben den drei Klötzer Wahllokalen vor allem in Neuendorf mit 33,7 % und Schwiesau mit 35,6 %, also den beiden Dörfern der früheren Verwaltungsgemeinschaft Klötze, erschreckend schwach. Die Orte der früheren Verwaltungsgemeinschaft Jeetze-Ohre-Drömling lagen da besser – und wurden bis auf einen von Uwe Bartels gewonnen. Matthias Mann konnte nur in seinem Heimatort Kusey die meisten Stimmen erlangen. Aber auch dort nicht mit einem deutlichen Vorsprung, er kam auf 62,1 %. Das bedeutet im Gegenzug, dass es für Uwe Bartels in Kusey 37,9 % der Stimmen gab. In Neuferchau, wo Matthias Mann qua Amt derzeit als Ortsbürgermeister fungiert, konnte sich trotzdem Uwe Bartels – wenn auch knapp – mit 50,8 % als Sieger durchsetzen. Der Jahrstedter hatte in seinem Heimatort mit 95,1 % das mit Abstand beste Ergebnis des Wahltages erreicht. Aber auch in Dönitz, Immekath, Kunrau und Steimke erreichte Bartels eine deutliche Mehrheit. Am Ende blieb ein Unterschied von 537 Stimmen, der für den Amtswechsel ab Januar sorgte.

Der Wahlausschuss prüft am Donnerstag das Ergebnis und stellt die endgültige Gültigkeit der Wahl fest.

Von Katharina Schulz und Monika Schmidt

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