Gunnar Teichmann konnte nach mehr als zehn Jahren Arbeit seinen Trabant Kübel nun zulassen

Ein Traum geht in Erfüllung

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Komplett saniert und vom TÜV fast durchgewunken: Mit dem wiederaufgebauten Schmuckstück, das auch Sohn Marvin (12) gefällt, steigt der deutsche Pkw-Bestand um einen weiteren Trabant.

Wenze. Nach mehr als einem Jahrzehnt Schrauberei ist Gunnar Teichmann aus Wenze am Ziel seiner Träume und restlos begeistert: „Er fährt sich fantastisch“, freut sich der 48-jährige Hobbybastler über seinen nun straßentauglichen Trabant Kübel, den er vor wenigen Wochen bei der Zulassungsstelle des Altmarkkreises per Saisonkennzeichen anmelden konnte.

Schon beim Kauf im Jahr 2002 war klar: An dem Trabant Kübel muss jede Menge erneuert werden.

Viel Arbeit, Geld und Zeit, und von allem deutlich mehr als anfangs erwartet, stecken in dem Trabant P 601 A – der Armeevariante des meistgebauten Trabant-Modells. „Ich habe den Kübel 2002 in Kalbe für 900 Euro gekauft – aus heutiger Sicht ein Schnäppchen“, blickt Gunnar Teichmann zurück. Und das, obwohl bereits auf den ersten Blick zu sehen war, dass an dem Fahrzeug viel zu machen ist. „Unterboden und Radkästen waren durchgerostet, die Kabelbäume und ein Großteil des Innenlebens mussten erneuert werden, einen funktionierenden Trabant-Motor hatte ich noch zu liegen gehabt“, zählt der Wenzer auf, der bei den nötigen Arbeiten zwischenzeitlich immer wieder Unterstützung von Gleichgesinnten bekam.

Auf der Zielgeraden: Vor zwei Jahren konnte bereits an Details wie einem Edelstahl-Emblem gedacht werden.

Vieles am 601er ist nun zwar nicht mehr original – das sei aber auch nicht der Ansatz gewesen. So wich das Armee-Grün einem dunklen Weinrot, die Seitenteile aus Kunstleder kommen aus dem Internet, das Trabant-Emblem ist aus Edelstahl. Der Trabant wurde zudem um fünf Zentimeter tiefer gelegt. Auf ein anfangs angedachtes Rallye-Lenkrad musste allerdings verzichtet werden – wegen des TÜVs. Dieser hatte an dem wieder fahrtauglich gemachten Trabant Kübel ansonsten nur wenig auszusetzen gehabt. „Die weißen Blinkerkappen kamen wieder runter, das Lenkgetriebe musste nachgezogen werden“, nennt der 48-Jährige zwei Auflagen. Wegen der nach wie vor fehlenden Gurte gab es dagegen keine Einwände. „Dieses Modell hatte ursprünglich nie Gurte – und es handelt sich schließlich um keine Neu-, sondern um eine Wiederzulassung“, erläutert der Wenzer.

Einige Spritztouren hat der Trabi nun hinter sich. Irgendwann soll aber auch noch ein weiterer Traum – eine Fahrt mit offenem Verdeck durch Italien – in Erfüllung gehen. „Für den Kübel geht es dann aber huckepack nach Süden“, will Teichmann seinem neuen Schatz nicht zu viel abverlangen.

Von Matthias Mittank

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