Verwaltungen wollen das Konzept umsetzen

Eichenprozessionsspinner schadet: Touristen meiden den Drömling

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Viele Radwanderwege, zum Beispiel der Altmarkradrundkurs, führen in der Drömlingsregion vorbei an Eichenalleen. Das schreckt wegen des Eichenprozessionsspinners die Radfahrer ab.

Kunrau. In diesem Jahr hat der Eichenprozessionsspinner noch schlimmer zugeschlagen als in anderen Jahren. Besonders im Drömling mit seinen vielen Eichen entwickelt sich die gefrässige Raupe mit ihren gefährlichen Härchen zum Problem.

Stärker als in den vergangenen Jahren sind die Drömlingseichen befallen: Noch immer sitzen Raupen in den Kokons.

„Der Eichenprozessionsspinner wurde mehrfach bekämpft“, erinnerte der Kunrauer Ortsbürgermeister Uwe Bock bei der jüngsten Sitzung seines Ortschaftsrates. Aber: „Das Thema ist noch nicht vom Tisch“, stellte der Ortsbürgermeister fest. Denn rund um Kunrau sei kein großer Erfolg bei der chemischen Bekämpfung zu verzeichnen gewesen. „Das hat gegenüber dem Vorjahr sogar noch zugenommen“, schätzte er ein. Eine chemische Bekämpfung werde es in diesem Jahr jedoch nicht mehr geben. Nur im Einzelfall sollen noch Bäume mechanisch behandelt werden, aber nicht in der Masse. Dabei ist besonders der Bauerndamm in Kunrau betroffen ebenso wie der Weg vom Hahnenberg zum Gedenkstein am Belfort. Beides sind viel befahrene Radwege, die auch für den Tourismus eine wichtige Rolle spielen. So führt der Altmarkrundkurs auf den Wegen durch den Drömling in Richtung Oebisfelde. „Das sind die Hauptwege für die Drömlingstouren“, erinnerte Uwe Bock. Radfahrer sollten besonders aufpassen. „Am besten, sie meiden die Wege ganz“, gab er als Ratschlag.

Weil nicht mehr bekämpft werden kann, sollten Schilder aufgestellt werden, die die Vorbeifahrenden vor der Gefahr durch den Eichenprozessionsspinner warnen. Darauf hatte Uwe Bock schon vor einiger Zeit im Rathaus aufmerksam gemacht, aber die Schilder waren schon alle. Neue sollten bestellt und so schnell wie möglich angebracht werden, so die Auskunft der Verwaltung an den Ortsbürgermeister. Er will nun nochmals nachhaken, wann die Schilder kommen

Dass die Touristen im Drömling ausbleiben könnten, ist eine Sorge, die die Verwaltungen der Anrainerkommunen des Naturparks ebenso beschäftigt. Am Rande eines Treffens in Oebisfelde kamen deshalb in der vergangenen Woche Vertreter der Kommunen zusammen, die gemeinsam das Tourismuskonzept für den Drömling in Auftrag gegeben hatten: Gardelegen, Klötze, Oebisfelde und Calvörde. Das Treffen war aber, wie die Oebisfelder Bürgermeisterin Silke Wolf gegenüber der AZ zusammenfasste, „nicht so befriedigend“. Denn ein Jahr nach dem Beschluss des Konzeptes hat sich in Sachen Umsetzung der Ideen noch nicht viel getan.

Um die Umsetzung des Konzeptes voranzubringen, überlegten die Beteiligen bei ihrer Beratung, eine Stelle zu schaffen. „Es gebe die Möglichkeit der Förderung für eine Person“, informierte Silke Wolf. Denn, und immerhin darüber waren sich die Kommunalvertreter einig, es müsse sich jemand vor den Karren spannen, um das Ganze in Gang zu bringen. „Aber das will keiner machen“, bedauerte die Bürgermeisterin.

Die Idee, einen eigenen Drömlingstourismusverband der Anrainerkommunen zu gründen, wurde wieder verworfen. Nun soll geprüft werden, wie die Stelle besetzt und wo sie angegliedert werden kann. Eine Option wäre der Zweckverband Drömling. Aber: Eine Einigung wurde in der Runde in Oebisfelde noch nicht erzielt. „Für das nächste Treffen sollen Lösungsvorschläge gemacht werden“, kündigte Silke Wolf an.

Von Monika Schmidt

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