Positives Zwischenfazit: Weniger Wildunfälle entlang der L 19 im Klötzer Forst

Tempo 70 zeigt Wirkung

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Polizeihauptmeister Manfred Richter (v.l.), Revierförster Dietmar Schulze, Jens Mösenthin von der Unteren Jagdbehörde des Altmarkkreises und Jagdpächter Eckhard Wegwarth zogen gestern vor Ort Bilanz.

Klötze. Die Mitte Mai per Ausnahmegenehmigung aufgestellten Tempo-70-Schilder an der L 19 im Bereich des Klötzer Forstes zwischen Klötze und Schwiesau zeigen ihre gewünschte Wirkung – die Wildunfälle entlang der Strecke sind rückläufig.

Die Zahlen zeigen: Seit dem Aufstellen der 70er Schilder am 19. Mai hat die Zahl der Wildunfälle im Bereich des Klötzer Forstes deutlich abgenommen. Die unfallträchtigsten Zeiten sind übrigens der Oktober, der Donnerstag und der Sonnabend sowie die Morgen- und Abendstunden.

Gestern konnte vor Ort von der Projektgruppe „Dreibein“ – bestehend aus Vertretern der Jagdbehörde, Polizei, Forst und Jägerschaft – ein positives Zwischenfazit gezogen werden.

So hatte es, wie Polizeihauptmeister Manfred Richter informierte, zwischen dem 1. Oktober 2015 und gestern insgesamt elf Wildunfälle zwischen Klötze und Schwiesau gegeben. Innerhalb der 70er Zone waren es lediglich fünf, und seit Bestehen des Tempolimits, also seit dem 19. Mai, sogar nur zwei Wildunfälle im Bereich des Klötzer Forstes. Zum Vergleich: Zwischen dem 1. Oktober 2014 und dem 28. September 2015 krachte es entlang des L 19-Abschnittes gleich 17 Mal – und das überwiegend im Wald.

Im Gegensatz zum positiven Trend an der Projektstrecke sprechen die aktuellen Zahlen zum Unfallgeschehen im Altmarkkreis laut Richter eine ganz andere Sprache. So habe es im bisherigen Jahresverlauf bei etwa gleichbleibender Unfallzahl deutlich mehr Zusammenstöße zwischen Kraftfahrzeugen und Wildtieren gegeben. „Wir liegen 2016 bereits bei über 60 Wildunfällen – das ist schon eine Hausnummer“, so der Polizeihauptmeister. Und der unfallträchtige Herbst stehe erst noch bevor.

Auch der Klötzer Revierförster Dietmar Schulze konnte gestern die Wirksamkeit der 70er Schilder im Landesforst bestätigen. Die Geschwindigkeiten der Fahrzeuge habe sich insgesamt deutlich reduziert – auch wenn sich bei weitem nicht jeder an das Tempolimit halte. „Doch statt 120 oder 130 wird nun maximal 80 oder 90 gefahren“, hat Schulze beobachtet.

Zudem scheinen nach Einschätzung des Försters auch die im Frühjahr angebrachten neuartigen Multi-Wildschutz-Warner zu helfen, das Wild vom Überqueren der Straße abzuhalten. Wo die blauen Reflektoren an den Leitpfosten angebracht wurden, gab es nur einen Wildunfall, so Schulze. Und dieser habe sich am Tage ereignet, wo die Wildwarner keine Wirkung zeigen.

Im kommenden Frühjahr, rechtzeitig bevor die Ausnahmegenehmigung für die 70er Schilder abläuft, soll erneut Bilanz gezogen werden. Bestätigt sich der positive Trend dann, müsste über eine Verlängerung des Tempolimits nachgedacht werden, waren sich die Projektteilnehmer gestern einig. Die farbigen Dreibeine, mit denen für eine gewisse Zeit die Orte der Wildunfälle gekennzeichnet werden, sollen weiterhin aufgestellt werden.

Auch wenn sich die Erkenntnisse aus Klötze nicht auf den gesamten Altmarkkreis übertragen ließen, sieht Jens Mösenthin von der Unteren Jagdbehörde ein wichtiges Signal: Eine angepasste Geschwindigkeit kann Wildunfälle vermeiden.

Von Matthias Mittank

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