Nisthilfe in Trippigleben gut angenommen / Naturpark hofft auf Jungtiere

Storchen-Nachwuchs im neuen Heim

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Während ein Elternteil auf Nahrungssuche geht, bleibt das andere immer im Nest.

Trippigleben. „Ich bin guter Dinge, dass wir dieses Jahr Jungtiere bekommen“, erklärte Wolfgang Sender, Mitarbeiter des Naturparks Drömling. Die Rede ist von dem Storch in Trippigleben, der nach einer langen Odyssee nun wieder einen Nistplatz gefunden hat.

Bereits vor Jahren habe es den Wunsch gegeben, dass wieder ein Storch in das Dorf ziehen soll. „Wir hatten an verschiedenen Stellen Nisthilfen angebracht“, sagte der Storchenexperte. Als Platz für sein Nest hatte sich der Adebar dann den Turm neben der alten Schlachterei ausgesucht. Im Frühjahr vergangenen Jahres geriet der alte Turm aber ins Wanken. „Es bestand die Gefahr, dass alles einstürzen würde. Das war gefährlich für Mensch und Tier“, erzählte Wolfgang Sender. Der Turm wurde abgerissen und der Storch musste sich einen neuen Platz suchen.

„2015 war dann erst gar kein Storch in Trippigleben. Erst Ende der Brutzeit kam das Tier wieder in den Ort“, weiß Wolfgang Sender. Und natürlich wollte Adebar sein neues Heim so nahe wie möglich am Standort des alten bauen und suchte sich dafür den Schornstein der Fleischerei aus. „Das ging natürlich auch nicht. So ein Nest ist zwar schön, hat aber auch immer etwas mit Dreck zu tun“, weiß der Naturpark-Mitarbeiter. Für Adebar musste wieder ein neues Zuhause gefunden werden.

Hinter dem Trippiglebener Saal wurde der neue Nistplatz für Meister Adebar errichtet.

In Zusammenarbeit mit der Kommune und einem in Trippigleben ansässigen Baubetrieb wurde schließlich im April dieses Jahres eine neue Nisthilfe errichtet. „Wir haben dafür von der Avacon einen Mast aus Beton bekommen, der dann auf einem Gemeindegrundstück aufgestellt wurde“, berichtete Wolfgang Sender. Die Nisthilfe steht nun hinter dem Trippiglebener Saal in Richtung Miesterhorst und ist schon von Weitem sichtbar. Der Schornstein der Fleischerei wurde rechtzeitig mit Flatterband und Kegeln abgesperrt, damit Adebar in diesem Jahr erst gar nicht anfangen konnte, dort zu bauen, und sich gedulden musste, bis sein neues Heim fertig ist. „Der Storch hat die neue Nisthilfe gut angenommen und ist gleich umgezogen. Er hat schnell ein neues Nest gebaut“, erzählte Wolfgang Sender. Lange habe das Tier zunächst alleine gelebt, weiß der Storchenexperte. Seit kurzer Zeit hat sich auch ein Weibchen dazugesellt, hat Wolfgang Sender beobachtet.

Der Naturpark-Mitarbeiter hofft nun auf Storchennachwuchs. Von Anfang März bis Mitte Mai ist bei den Störchen im Drömling Brutzeit. „In der Regel gibt es zwei bis fünf Junge. In seltenen Fällen auch sechs“, erklärte Wolfgang Sender. Dabei wird alle zwei bis drei Tage ein Ei gelegt, das ausgebrütet wird. Dass, wenn viele Jungtiere auf die Welt kommen, die Eltern alle großziehen, sei eher eine Ausnahme, so der Experte.

Spät dran mit dem Brüten sind die Trippiglebener Störche aber nicht. Wann die Zugvögel mit dem Brüten beginnen, hängt davon ab, ob sie West- oder Ostzieher sind, also welche Route sie im Winter in Richtung Süden fliegen. Wolfgang Sender erklärt: „Die Westzieher haben einen kürzeren Weg und sind recht früh wieder da. In Mieste sind zum Beispiel schon vier Halbwüchsige im Nest. Andere Storchenpaare haben dagegen erst letzte Woche angefangen.“

Von Katharina Schulz

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