UWG-Vorschlag verhallt ungehört / Nicht durchfinanziert

Stadt stellt keinen Antrag fürs Kunrauer Bad

+
Damit künftig mehr Badegäste nach Kunrau kommen, soll das Bad beheizt werden, wünscht sich die UWG.

Kunrau / Klötze. Die Bitte an die Stadt, das Kunrauer Bad zu beheizen, erneuerte im Hauptausschuss der UWG-Fraktionsvorsitzende Marco Wille. Er informierte, dass sich die Fraktion vor Ort umgesehen hatte.

Daraus entstand der Antrag, das Bad zu beheizen und die Neugestaltung der Außenanlagen über das Leaderprogramm auf den Weg zu bringen. Die Verwaltung solle prüfen, ob es dafür im nächsten Jahr Fördermittel gibt.

Die Antwort des Klötzer Bürgermeisters Matthias Mann klang eher nach einem Nein, auch wenn er der Bitte keine ganz deutliche Absage erteilte. Er erinnerte stattdessen daran, dass die Stadt derzeit die Eröffnungsbilanz für den doppischen Haushalt vorbereitet. Und dass von allen Förderstellen ganz deutlich angesagt wurde, dass es ohne ein integriertes Entwicklungskonzept überhaupt keine Förderzusagen gebe. „Sämtliche Förderungen hängen mit dem IGEK zusammen“, erklärte Matthias Mann. Für dieses bereitet die Verwaltung gerade die Auswahl des Planungsbüros vor. Bis das Konzept steht, werde noch einige Zeit vergehen. Aber, so versicherte der Klötzer Bürgermeister: „Wenn die Diskussion über das Bad losgeht, werden wir uns darauf einstellen.“

Im Gespräch mit der AZ konkretisierte Matthias Mann auf Nachfrage seine Aussage. Die Verwaltung werde bis zum 15. September – dann läuft die Bewerbungsfrist aus – keinen Antrag auf eine Leaderförderung für das Kunrauer Bad stellen, „weil es nicht durchfinanziert ist“, so Mann. Allerdings stünde es der UWG frei, selbst einen entsprechenden Antrag bei den Leadermanagern einzureichen. Dann würde die Fraktion sehr schnell merken, dass ein Antrag nur mit einem Finanzierungskonzept angenommen wird. Und dieses liegt derzeit noch nicht vor. „Einfach zu sagen, das soll in Leader rein, reicht nicht“, erläuterte Matthias Mann. „Leader ist zudem kein Förderprogramm“, erinnerte er. Ein Antrag an die LAG müsse auch mit einer Machbarkeitsstudie untersetzt werden, Kosten und Nutzen des Anliegens müssen aufgeführt werden. Auch dafür sieht der Bürgermeister Hinderungsgründe. Er verwies auf die in wenigen Jahren auslaufende Betriebserlaubnis für die Biogasanlage, über die das Beheizen des Bades ermöglicht werden soll. Damit könne die Wirtschaftlichkeit des Projekts nicht nachgewiesen werden.

Matthias Mann schlug vor, die Eröffnungsbilanz erst abzuwarten und für das neue Jahr zu gucken, wie die Stadt Klötze überhaupt finanziell dastehe. Ende des Jahres soll die Bilanz fertig sein. Parallel sollen im Integrierten Gemeindlichen Entwicklungskonzept (IGEK) die Projekte für die nächsten zehn Jahre in der Einheitsgemeinde festgeschrieben werden. Fürs nächste Jahr ist damit eine Badbeheizung wohl vom Tisch – auch wenn der Bürgermeister zum UWG-Antrag betont: „Das war kein Nein.“

Von Monika Schmidt

Kommentare