„Nicht bei Kindern sparen“

Stadt sieht keine Notwendigkeit für eigene Toiletten im Kunrauer Hort

+
Derzeit laufen die Arbeiten an der Fassade der Kunrauer Grundschule noch. Der Wunsch, Toiletten für den Hort und einen weiteren Raum für den Unterricht zu bekommen, wird wohl von der Stadt nicht erfüllt.

Kunrau. Nach dem Abriss der Treppe an der Giebelseite der Kunrauer Grundschule haben nun auch die Arbeiten an der Fassade begonnen.

„Die Sohlbänke werden neu gemacht, es gibt einen neuen Putz und einen neuen Farbanstrich“, informierte Ortsbürgermeister Uwe Bock im Kunrauer Ortschaftsrat. Die Fassade werde jedoch nicht, so stellte er klar, auch eine Dämmung erhalten. „Das Styropor, das dort liegt, wird für die Fensterbänke verbaut“, wusste Uwe Bock.

„Außerdem ist immer noch die Rede vom Abriss“, erinnerte Uwe Bock weiter. Diesem Vorhaben erteilten die Kunrauer Ortschaftsräte aber eine klare Absage. „Die Räume werden gebraucht“, machte er deutlich. Denn den Hort besuchen 60 Kinder, die nicht einmal eine Toilette in den Räumlichkeiten im Untergeschoss der Schule haben. Durch die hohe Kinderzahl sei im Hort alles sehr beengt. Es wäre schön, wenn die Kinder zusätzliche Räume nutzen könnten und wenn entsprechende Sanitäranlagen in den Hortbereich eingebaut würden. „Für zwei zusätzliche Räume wäre der Kostenaufwand nicht zu hoch“, schätzte Uwe Bock ein.

„Die Kinder sind das A und O, an ihnen sollte nicht gespart werden“, so sein Wunsch. Dieses Anliegen unterstrich auch Burkhard Hartmann. Er hatte das Thema Sanitäranlagen für die Grundschule ebenfalls auf seinem Zettel. Vor über einem Jahr, am 1. Oktober 2014, hatte er die fehlenden Sanitäranlagen bereits angesprochen und noch keine Antwort von der Stadt auf sein Anliegen bekommen, ärgerte sich das Kunrauer Ortschaftsratsmitglied. „Ich habe gehört, die Stadt verfolgt das Anliegen gar nicht“, so seine neuesten Informationen. Das Geld, das durch die Nutzung der Biowärme an Gaskosten für die Schule eingespart werde, sollte von der Stadt genutzt werden, um weitere Toiletten im Schulgebäude zu bauen, forderte Hartmann. Bürgermeister Matthias Mann bestätigt auf AZ-Anfrage, dass es derzeit nicht geplant sei, einen weiteren Raum für die Grundschule herzurichten oder zusätzliche Sanitäranlagen zu bauen. „Die vorhandenen Räume reichen für die Schülerzahl aus“, betont er. Der Bürgermeister bestätigte auch, dass der Antrag, einen Teil der Schule abzureißen, über das Stark III-Programm gestellt sei und durchaus weiter verfolgt werde.

Von Monika Schmidt

Kommentare