Stadt Oebisfelde hat kein Geld

Kampf gegen Eichenprozessionsspinner: „Ich habe das unterschätzt“

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Von Baum zu Baum fressen sich die Raupen an den Eichen entlang der Straße von Röwitz nach Buchhorst.

Oebisfelde. „Wir sollten das nicht auf die leichte Schulter nehmen“, warnte der Buchhorster Klaus Gerike im Hauptausschuss. Der Eichenprozessionsspinner macht derzeit nicht nur in seinem Heimatort den Menschen schwer zu schaffen.

Ein Kind musste sogar schon ins Krankenhaus gebracht werden, weil es in Kontakt mit den Haaren der Raupen gekommen war, wusste Klaus Gerike.

Im Drömling, der mit vielen Eichen bewachsen ist, sei die Lage besonders schlimm. An der Straße von Buchhorst nach Röwitz ist augenscheinlich fast jeder zweite Baum bereits von den Raupen kahl gefressen worden. Der Parkplatz in Buchhorst und die Straße nach Hopfenhorst seien ebenfalls Problemgebiete. „Ich habe das unterschätzt“, gab Klaus Gerike zu, der sich vor wenigen Tagen noch nicht so viele Gedanken um die im Altmarkkreis seit Wochen thematisierte Problematik gemacht hatte.

Da Eichen als Straßenbaum häufig gepflanzt wurden, sind fast alle Orte von dem Schädling betroffen. „Im Außenbereich werden wir nichts machen können“, befürchtet Bürgermeisterin Silke Wolf. Die Kosten seien einfach zu hoch, um wie im Altmarkkreis die Bäume mit Chemie zu besprühen lassen. In den Ortslagen werde die Stadt sehr wohl tätig, ergänzte Ordnungsamtsleiter Detlef Meyer.

Wenn es sich um Bäume im Innenstadtbereich handelt, zum Beispiel an Kindertagesstätten und Spielplätzen, „saugen wir ab“, versicherte er. Aber das ist mit Kosten von 150 bis 200 Euro pro Baum verbunden. „Und im Außenbereich sind bestimmt 1000 Bäume betroffen“, wusste Detlef Meyer. Der Schädling sei definitiv noch nicht ausgerottet, auch wenn das im Frühling viele noch gehofft hatten. Durch den späten Beginn der Vegetation haben sich die Raupen nur später auf den Weg gemacht. Dass die kleinen Härchen der Raupen gefährlich sind und zu Juckreiz und Pusteln führen können, „das sollte sich inzwischen rumgesprochen haben“, schätzte Detlef Meyer ein. „Jeder sollte wissen, wie gefährlich das ist.“ In den Kindereinrichtungen, Schulen und bei den Elternversammlungen sollte darauf hingewiesen worden sein.

„Wir sind finanziell nicht in der Lage, da zu reagieren“, bedauerte Meyer. Vom Sprühen halte er generell nicht viel. „Der Erfolg ist gleich Null“, meinte er mit Blick auf die Maßnahmen in den Nachbarkreisen.

Von Monika Schmidt

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