Klötzer Abgeordnete fordern: Kreistag soll eine Lösung für den Mülltourismus finden

Sperrmüll sorgt für Ärger

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Nicht alles, was bei der Sperrmüllabfuhr von den Einwohnern vor die Tür gestellt wird, wird auch von der Entsorgungsfirma mitgenommen. In Klötze räumt dann die Stadtwirtschaft die Reste weg. Das soll sich ändern.

Klötze. „Sperrmüll ist ein leidiges Thema“, sagte der Klötzer Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Schmidt (SPD) im Klötzer Stadtrat. Gerade in den vergangenen Tagen sei ihm das wieder bewusst geworden. In einigen Ortsteilen war der Abfuhrtermin angesetzt.

Nicht jeder Müll wird von den Entsorgern mitgenommen und bleibt am Ende am Straßenrand liegen. „Das geht nicht nur in Klötze so, das trifft für alle Gemeinden zu“, stellte er fest.

Ein Problem: Auch die Kleingärtner stellen an ihren Anlagen Sperrmüll für die Abfuhr bereit. Da die Anlagen aber keine Postanschrift haben, werde der Müll dort nicht abgefahren. „Und am Ende muss die Stadtwirtschaft Tonnen wegräumen“, empörte sich der Klötzer. Hans-Jürgen Schmidt schlug deshalb vor, dass sich die Spartenvorstände der Kleingartenvereine sowie die Chefs der Wohnungsbaugesellschaft und -genossenschaft, wo es ähnliche Probleme gibt, einmal zusammensetzen sollten, um über Lösungen zu beraten. „Es liegt an der Vernunft der Bürger“, räumt Hans-Jürgen Schmidt ein. Er empfahl auch einen Blick in die Hansestadt Salzwedel, wo nicht die Stadtarbeiter hinter den Müllbergen hinterherräumen, sondern Anzeigen verteilt werden. Letztendlich, das wusste Schmidt auch aus seiner Tätigkeit im Umweltausschuss des Kreises, bleibe der Besitzer des Mülls für diesen verantwortlich, auch wenn er an der Straße steht. „Es muss eine Linie reinkommen“, forderte der Ortsbürgermeister von der Stadt.

Horst Wienecke (UWG), der ebenfalls Kreistagsmitglied ist, berichtete über die Pläne des Kreises, das Abfallwirtschaftskonzept zu verändern. Dabei sei im Gespräch gewesen, keine Tourenpläne für die Sperrmüllabfuhr mehr zu erstellen, sondern die Abholung auf ein Kartensystem umzustellen, wie dieses beispielsweise in vielen Kreisen in Niedersachsen bereits seit Jahren praktiziert werde. Denn, so machte Horst Wienecke ein weiteres Problem aus: „Die Sammler bringen alles durcheinander.“ Bei einem Kartensystem wisse niemand, wann Sperrmüll abgeholt werde. Dann könne der Müll morgens rausgestellt werden, „und abends ist er weg“, ohne dass die Sammler die Müllberge durcheinander bringen können. „Und wer hinstellt, bleibt auch für seine Sachen verantwortlich“, erinnerte der Steimker. Wolfgang Mosel (Linke), ein weiteres Kreistagsmitglied wies darauf hin, dass es für die Kartenlösung noch keine Mehrheit im Kreistag gebe.

Uwe Bock (UWG), Ortsbürgermeister von Kunrau, sah letztendlich ein ganz anderes Problem bei der Sperrmüllabfuhr: „Es wird Müll rausgestellt, der da nicht hingehört.“ Und der dann natürlich auch nicht mitgenommen werde. So hätten an der Kunrauer Grundschule fünf Elektrogeräte gestanden, obwohl die Schule solche überhaupt nicht rausgestellt hatte. Den Bürgern müsse das Prinzip „Ich darf diese Sachen nicht rausstellen“ besser verdeutlich werden, wünschte sich Uwe Bock. Stadtratsvorsitzender Klaus Ewertowski (CDU), ebenfalls Kreistagsmitglied, beendete die Diskussion schließlich mit dem Hinweis, dass der Sperrmüll kein Thema für den Stadtrat sei, sondern die Kreistagsmitglieder das doch bitte bei den kreislichen Ausschüssen und im Kreistag selbst debattieren sollten.

Von Monika Schmidt

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