Klötzer Ausgabestelle der Tafel öffnete am 11. Oktober 2006 ihre Pforten

Seit zehn Jahren engagiert

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Sie standen am 11. Oktober 2006 bei der erste Ausgabe an den Tischen (v.l.): Monika Hoyer, Ingrid Ahrens, Monika Fuchs, Simone Jordan und Rosemarie Mitschke. Rechts im Bild Initiatorin Martina Huhn.

Klötze. Die Nachfrage nach dem Angebot war vom ersten Tag an groß und sie ist es noch heute: Am 10. Oktober 2006 wurde die Ausgabestelle Klötzer der Salzwedeler Tafel offiziell eingeweiht. 

Tags darauf, also heute vor zehn Jahren, öffnete die ehrenamtliche Initiative erstmals für die Bedürftigen in und um Klötze ihre Pforten.

„Die Anzahl der Nutzer ist über die Jahre konstant geblieben – es sind immer um die 50 bis 70 Haushalte“, weiß Rosemarie Mitschke, von Anfang an Leiterin der Ausgabestelle. Acht bis neun Helfer sind es jeweils, die immer mittwochs gespendete Waren an den Mann oder die Frau bringen.

Zur Einweihung der Klötzer Tafel-Ausgabe überreichte der damalige Bürgermeister Klaus Ewertowski Susanne Pfaffelhuber, Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes Altmark West, den Nutzungsvertrag. Heute ist die Tafel in einem Wobau-Objekt untergebracht.

Dass bereits ein Jahr nach der Etablierung der Salzwedeler Tafel unter dem Dach des Diakonischen Werkes auch in Klötze eine Zweigstelle eröffnet werden konnte, sei vor allem der Initiatorin Martina Huhn zu verdanken gewesen. „Sie hat sich ganz dolle reingehängt – wenn sie nicht gewesen wäre...“, blickt Rosemarie Mitschke zurück. Mittlerweile gibt es auch in Gardelegen eine Ausgabestelle, ebenso wie in Jahrstedt.

War die Tafel in Klötze anfangs noch an der Mittelstraße 27, also direkt neben dem Rathaus (im heutigen Stadt-Archiv), untergebracht, erfolgte bereits Anfang 2008 der Umzug an die Breite Straße 66. „An der Mittelstraße war es zu beengt“, so die Tafel-Leiterin.

Lebensmittelspenden aus dem Klötzer Raum gibt es vor allem von den vier Bäckereien in Klötze und Kusey und von drei Klötzer Supermärkten. Auch das Immekather Werk von Fricopan war zuletzt sehr engagiert. Die Schließung sei auch für die Tafel „jammerschade“, so die Klötzerin – „die Tiefkühlwaren wurden immer gerne genommen“. Noch seien die Truhen aber gut gefüllt.

Entgegen der weitverbreiteten Meinung, jeder könne zur Tafel kommen und sich bedienen, muss sich auch in Klötze jeder Nutzer zuvor registrieren lassen und regelmäßig seine Bedürftigkeit, zum Beispiel über einen Hartz-IV-Bescheid, nachweisen – im Laufe der Jahre haben das mittlerweile gut 670 Haushalte aus der Region getan. „Wer als Rentner Zuschuss vom Staat erhält, kann ebenfalls kommen“, erklärt Rosemarie Mitschke.

Am Ausgabetag werden die Waren schließlich zugeteilt – in welcher Reihenfolge die Räumlichkeit betreten werden darf, das regeln Buchstaben auf den Nutzerausweisen und ein aushängender Plan. „So ist jeder mal der Erste“, erklärt Rosemarie Mitschke. Völlig kostenfrei ist auch das Tafel-Angebot nicht. So zahlt beispielsweise ein Ein-Personen-Haushalt derzeit 1,90 Euro pro Ausgabe.

Am Montag, 17. Oktober, soll ab 11 Uhr auf das Tafel-Jubiläum in der Klötzer EFA angestoßen werden. Ehemalige wie aktuelle Mitarbeiter sind hierzu willkommen. Für Rückmeldungen bis zum 12. Oktober: Tel. (0 39 09) 36 05.

Von Matthias Mittank

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