Dirk Bollmann ist leidenschaftlicher Modellbauern: Nach den Segelschiffen folgen nun die Panzer

Mit sehr viel Liebe zum Detail

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Der leidenschaftliche Modellbauer Dirk Bollmann mit zwei seiner insgesamt sieben Segelschiffmodellen: In der Hand die HMS Royal Caroline, eine königliche Yacht aus dem Jahr 1750, und auf dem Schrank das bislang größte Schiffsmodell. Die Miniatur der HMS Suprise ist 130 Zentimeter lang und 94 Zentimeter hoch – für den Bau hat der 54-Jährige insgesamt drei Jahre benötigt.

Klötze. Wer den Klötzer Dirk Bollmann zu Hause besucht, fühlt sich ein bisschen wie in einem nautischen Museum. „Das sagt meine Frau auch immer“, schmunzelt der 54-Jährige. Von Matthias Mittank

Überall im Haus fällt der Blick des Besuchers unweigerlich auf eindrucksvolle Segelschiffsmodelle aus Holz. Es ist nicht nur die Größe der teils über einen Meter langen Miniatur-Nachbauten, die den Betrachter ins Staunen versetzt, sondern vor allem der Detailreichtum. Denn vom Rumpf über die Segel bis hin zur Schiffsglocke versucht der passionierte Modellbauer dem Original so nahe wie möglich zu kommen.

„Irgendwelche Fantasie-Schiffe“ kommen dem Klötzer nicht ins Haus. „Alle Schiffe hat es einmal gegeben oder gibt es noch“, sagt Dirk Bollmann. So wie der durch eine Meuterei im Jahr 1789 bekanntgewordene britische Dreimaster HMS Bounty oder die HMS Victory, die 1765 vom Stapel gelaufen ist und sich heute noch als Museumsschiff im britischen Marinedienst befindet. In den manchmal mehrjährigen Bauphasen befasst sich der Bastler auch intensiv mit der Geschichte der historischen Vorbilder – er guckt Filme, liest Bücher oder recherchiert im Internet.

Die Leidenschaft für Holzmodelle hatte Dirk Bollmann während eines Ostsee-Urlaubs in Boltenhagen vor etwa 18 Jahren entdeckt. Als der Klötzer in einem Restaurant des Ostseebads die Schiffsmodelle in den Vitrinen entdeckte, wurde das Essen zur Nebensache. „Ich habe mir wie ein kleiner Junge vor einer Schaufensterscheibe die Nase plattgedrückt“, blickt der 54-Jährige zurück. Das erste Modell war rasch gekauft. Die Wahl fiel auf die USS Constitution, das älteste noch seetüchtige Schiff der Welt, das von den Vereinigten Staaten von Amerika 1798 in Dienst gestellt wurde. Fast ein Jahr lang, vom 22. November 1997 bis zum 15. November 1998, das weiß der Bastler aus seinen Aufzeichnungen, hatte er für den Bau benötigt. Wie viele Stunden Arbeit dabei in seinem Hobbykeller, seiner „Werft“, draufgingen, kann Dirk Bollmann nicht sagen. „Ich hatte mal begonnen, die Stunden zu notieren, das aber dann auch rasch wieder aufgegeben.“ Gebaut wird immer dann, wenn gerade Zeit ist, meistens jedoch an den langen Abenden des Winterhalbjahres.

Von Matthias Mittank

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