Investoren wollen schnellstmöglich loslegen / 8250 Mastplätze geplant

Schweinemast bei Kunrau: Baustart noch 2016?

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8250 Mastplätze soll die zwischen Kunrau und Rappin geplante Anlage umfassen.

Kunrau. Sechs Jahre Kampf der Kunrauer BUND-Ortsgruppe gegen die geplante Schweinemastanlage zwischen Kunrau und Rappin waren offenbar umsonst.

Die vor knapp zwei Jahren vom Landesverwaltungsamt in Halle erlassene sogenannte „Anordnung der sofortigen Vollziehung der Baugenehmigung“ wurde nun vom Oberverwaltungsgericht (OVG) bestätigt (AZ berichtete). Gegen diesen Beschluss stehen den Kunrauer Aktivisten keine Rechtsmittel zur Verfügung. Die Bauherrengemeinschaft Kunrauer und Bentheimer Schweinemast GmbH & Co KG darf somit mit ihrem Vorhaben, eine Schweinemastanlage mit 8250 Plätzen zu errichten, beginnen.

Knapp sechs Jahre ist es her (Foto), dass die Ferkelerzeuger Horst Wieking (v.l.), Johann und Holger Koelmann sowie Everhard Horstjann gemeinsam mit dem Kunrauer Landwirt Tilmann Schwartzkopff, der die Abnahme eines Großteils der Gülle zugesichert hatte, ihre Pläne zum Bau einer Schweinemastanlage in der Einheitsgemeinde vorstellten.

Und das wollen die Investoren aus dem niedersächsischen Bad Bentheim, wie Ferkelerzeuger Holger Koelmann auf Nachfrage der Altmark-Zeitung bestätigt, auch so schnell wie möglich tun. „Wir haben jeden Tag auf eine Entscheidung gewartet, nachdem uns diese bereits für Ende des vergangenen Jahres in Aussicht gestellt wurde“, erklärt der Landwirt. Doch bis der erste Spatenstich vollzogen werden könne, werde noch etwas Zeit ins Land gehen. „So lange wir kein grünes Licht hatten, konnte auch nichts Konkretes geplant werden“, so Koelmann, der gemeinsam mit seinen Partnern einen Baustart für dieses Jahres anpeilt. Um das eigentliche Hauptverfahren, das sich gegen den Bau der Anlage richtet, mache sich Koelmann nun keine Sorgen mehr: „Mit der nun getroffenen Entscheidung hat das Gericht die Erfolgsaussichten der Klage bereits beurteilt – und die sind gering bis aussichtslos.“ Gemeinsam mit dem beauftragten Anwalt sei man von Anfang an von der Rechtmäßigkeit der Baugenehmigung überzeugt gewesen. „Alles andere hätte eklatant gegen die Rechtslage der vergangenen Jahre widersprochen“, so Koelmann. Wie der Schweinezüchter rückblickend im AZ-Gespräch erklärte, hätte er nie mit so einem enormen Widerstand vor Ort gerechnet – „schon gar nicht bei einem Bau auf der grünen Wiese“. Deswegen jedoch die Pläne fallen zu lassen, daran war irgendwann nicht mehr zu denken. „Die Investitionen wurden in der Zwischenzeit so groß, dass ein Punkt erreicht wurde, an dem wir uns sagten: Jetzt muss es weitergehen“, so der Bentheimer.

Wie die BUND-Ortsgruppe Kunrau, die im Lauf der zurückliegenden sechs Jahre mehr als 38 000 Euro allein für Rechtsanwaltskosten aufgebracht hat, mit der neuen Situation umgeht, welche Handlungsmöglichkeiten es nun noch gibt, das alles soll gemeinsam mit den Einwohnern aus Kunrau und den umliegenden Ortschaften während einer Informationsveranstaltung am kommenden Montag, 30. Mai, im Kunrauer Schloss erörtert werden. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Schlosssaal.

Von Matthias Mittank

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