Stadt sieht keine Notwendigkeit für weitere Horträume in Kunrau / Vereinsräume im Schloss

„Die Schule funktioniert gut so“

+
In den ungenutzten rechten Flügel der Kunrauer Schule könnte der Hort ziehen, regte Elternvertreterin Stefanie Grabow im Stadtrat ein. Maik Böwing (r.) fragte zudem nach möglichen Räumlichkeiten für Vereine wie zum Beispiel den Männerchor.

Klötze / Kunrau. In Gesprächen mit den beiden Klötzer Landtagsabgeordneten Uwe Harms (CDU) und Jürgen Barth (SPD) hatte der Kunrauer Ortsbürgermeister Uwe Bock den Vorschlag bekommen, dass die Eltern ihren Vorschlag zur Umgestaltung des Kunrauer Hortes doch am besten im Stadtrat vorstellen sollten.

In Gesprächen mit den beiden Klötzer Landtagsabgeordneten Uwe Harms (CDU) und Jürgen Barth (SPD) hatte der Kunrauer Ortsbürgermeister Uwe Bock den Vorschlag bekommen, dass die Eltern ihren Vorschlag zur Umgestaltung des Kunrauer Hortes doch am besten im Stadtrat vorstellen sollten. Dieser Empfehlung folgten die Horteltern. Stefanie Grabow ergriff in der Einwohnerfragestunde das Wort: „Seit 2009 steht der Antrag an die Stadt zur Wiederinstandsetzung der Toiletten und der Umgestaltung des Raumkonzepts im Hortbereich“, erinnerte die Elternvertreterin die Stadträte. „Uns ist bewusst, dass das für 2017 nicht mehr reingenommen werden kann“, erklärte sie weiter.

Aber die Eltern hoffen, dass mit ihrer eigenen Unterstützung zumindest der ehemalige Kunstraum im Horttrakt renoviert und dann für die Hortbetreuung genutzt werden kann. Die Eltern würden diese Arbeit in Eigenleistung übernehmen. Für die Toilettensanierung müsste aber eine Firma beauftragt werden.

Eine konkretere Vorstellung des Konzeptes, das die Eltern für den Hort erarbeitet haben, sei im Stadtrat nicht nötig, unterbrach Adolf Fehse, der die Sitzung in Abwesenheit von Klaus Ewertowski leitete, den Vortrag der Eltern.

„Der Wunsch besteht seit geraumer Zeit“, war Bürgermeister Matthias Mann die Diskussion um die Kunrauer Horträume nicht neu. Aber: „Wir haben für Schule und Hort eine ordnungsgemäße Betriebserlaubnis“, erinnerte er. Trotzdem bot der Bürgermeister an, dass sich die Elternvertreter zu einem Gespräch mit der Hortleiterin und dem Hauptamtsleiter treffen, um das Konzept im Einzelnen durchzugehen.

Im AZ-Gespräch konkretisierte Matthias Mann seine Einstellung: „Die Grundschule funktioniert gut, auch im Hortbereich“, erläuterte er. Auch in anderen Schulen werden die Räume von Schule und Hort doppelt genutzt, erinnerte er. Das Angebot von Sponsoring – durch Eigenleistungen der Eltern oder indem diese die Unterstützung von Firmen erbitten – werde von der Stadt selbstverständlich unterstützt. So sei auch verfahren worden, als ein Raum mit Schallschutz ausgestattet werden musste, erinnerte Mann weiter. Dennoch: Der Bürgermeister sieht den Antrag der Eltern eher kritisch. „Nur weil die Räume da sind, müssen sie nicht genutzt werden“, erklärte er. Denn dann würden beispielsweise auch die Betriebskosten für das Gebäude steigen. Seiner Ansicht nach, ist der derzeit vom Hort genutzte Platz ausreichend. „Sonst kommen weitere Nebenkosten auf uns zu“, befürchtete er. Zudem hätte sich der Bürgermeister gewünscht, dass die Eltern ihren Vorstoß an den Stadtrat zunächst mit der Kunrauer Hortleiterin abgestimmt hätten. „Und dann hätte mit dem Fachamt gesprochen werden sollen“, beschrieb er im AZ-Gespräch den Weg, den Matthias Mann für besser gehalten hätte.

Froh waren die Eltern im Stadtrat, als sie erfuhren, dass von einem Abriss des ungenutzten Teils der Schule derzeit keine Rede mehr ist.

Maik Böwing hakte in der Einwohnerfragestunde nach, ob diese ungenutzten Räume den Vereinen in Kunrau zur Verfügung gestellt werden könnten. So würde sich der Männerchor beispielsweise, der keinen eigenen Probenraum hat, über eine solche Möglichkeit sehr freuen. Dem erteilte der Klötzer Bürgermeister jedoch – mehr oder weniger deutlich – eine klare Absage: Er verwies auf das Kunrauer Schloss, in dem seiner Ansicht nach ausreichend Räume zur Verfügung stehen. Dort wird es in der nächsten Zeit einige räumliche Umgestaltungen geben. So will die Stiftung Umwelt und Naturschutz des Landes (SUNK) eine ständige Ausstellung im Schloss einrichten. Auch der Zweckverband Drömling, der seinen Sitz nach Kunrau verlegt, wird einige Räume mehr in Anspruch nehmen als bisher. Und trotzdem: „Das Schloss hat Räumlichkeiten für alle Vereine und um ordentliche Vereinsarbeit zu machen“, schätzte der Bürgermeister ein. Wenn jedoch ein konkreter Vorschlag des Chores an die Verwaltung gerichtet werde, „müssen wir uns damit beschäftigen“, so Matthias Mann.

Kommentare