Tag der Berufe: Schüler zeigten in Klötze kaum Interesse beim Schnuppern in den Traumberuf

Klötzer Schüler: Keine Lust auf Joballtag

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Mit „Mach doch was du willst!“ wird auf www.tagderberufe.de geworben. Dort konnten sich Jugendliche bei ihrer Wunschfirma anmelden. Genutzt haben allerdings nur wenige diese Möglichkeit.

Klötze. „Mach doch was du willst!“ – Mit diesem Slogan wirbt die Arbeitsagentur für den achten Tag der Berufe. Schüler ab der siebten Klasse hatten so gestern die Gelegenheit, in ihren Traumjob zu schnuppern.

„Wir haben die Unternehmen angesprochen, ob sie daran teilnehmen möchten und gefragt, wie viele Plätze sie anbieten“, erklärte Sabine Grüttner, Berufsberaterin der Agentur für Arbeit. „Ab zwei Jugendliche ging es los. Nach oben hin war die Anzahl bei den Unternehmen meist offen“, weiß sie. Bewerben konnten sich die Jugendlichen über die neu eingerichtet Internetseite www. tagderberufe. de. Dort konnten die Schüler wählen, in welchem Interessengebiet, also Fertigen, Erziehen, Pflegen usw. , und wo sie ein Unternehmen suchen und sich dann über ein Formular bei der entsprechenden Firma anmelden.

Acht Betriebe aus Klötze haben auf diesem Weg bis zu 20 Schülern die Möglichkeit auf einen Blick in ihren Berufsalltag geboten. Genutzt haben diese Chance jedoch nur wenig Jugendliche. „Über die Internetseite gab es nicht so viele Anmeldungen. Wahrscheinlich , weil sie noch so neu ist“, vermutet Sabine Grüttner. „Mach doch was du willst“ kann eben auch bedeuten „Mach einfach nichts“. Denn vorgesehen für den Schnuppertag war nicht vormittags während der Schulzeit, sondern erst der Nachmittag. Und den haben die meisten Schüler scheinbar lieber anders genutzt.

Weder große Firmen wie Meshpack in Kusey, das Plätze in den Bereichen Maschinenführer, Lagerlogistik, Mechatroniker und Industriekaufmann angeboten hatte, noch das Klötzer Autohaus Neuling hatten Schüler zu Gast. Und dabei steht Kfz-Mechatroniker ganz oben in den Top Ten der beliebtesten Ausbildungsberufe. Auch beim Medina-Heim in Klötze gab es nur wenige Interessenten. „Bei uns haben sich zwei Schüler angemeldet, allerdings nur unverbindlich. Wir haben uns darauf vorbereitet, wissen aber gar nicht genau, ob nun jemand kommt oder nicht“, erklärte Heimleiterin Ilona Sens gestern Mittag auf AZ-Nachfrage. In den ersten Jahren wären am Tag der Berufe noch viele Jugendliche ins Medina-Heim gekommen, aber schon im vergangenen Jahr war es nur noch ein Schüler, wusste eine Heimmitarbeiterin. Das Anmelden über das Internet hätte anfangs nicht funktioniert.

„In den letzten Jahren haben wir von den Unternehmen sehr positives Feedback bekommen“, erklärte Sabine Grüttner. „Bei den Jugendlichen ist die Resonanz sonst auch positiv ausgefallen. Vor allem mit den Azubis in den Firmen ins Gespräch zu kommen, fanden die Schüler sehr gut und hilfreich bei der Berufswahl“, erläutert sie. Über die Anzahl der Schüler, die sich am Tag der Berufe in diesem Jahr beteiligten, konnte Sabine Grüttner gestern noch keine Auskunft geben.

Von Katharina Schulz

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