Immekather Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Zeitz zieht sich von allen Ämtern zurück

Rücktritt nach Zoff im Stadtrat

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Hans-Jürgen Zeitz tritt zum Ende des laufenden Monats von allen seinen Ämtern zurück.

Immekath. Erst am Donnerstagnachmittag hatte Immekaths Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Zeitz den Entschluss gefasst, den er noch am selben Tag im Ortschaftsrat verkündete:

Zum kommenden Dienstag, 30. Juni, tritt er nach 18 Jahren Kommunalpolitik von allen Ämtern zurück, sowohl aus dem Ortschaftsrat als auch aus dem Stadtrat. Auch die Verantwortung für den Immekather Saal wird er nicht weiter übernehmen. „Ich bin der Meinung, dass es Zeit für jemand anderen ist“, sagte Hans-Jürgen Zeitz.

Seit der Stadtratssitzung am 27. Mai habe er über diesen Schritt nachgedacht, erklärte er. Grund für den Rücktritt seien unter anderem starke Unstimmigkeiten mit Bürgermeister Matthias Mann. „Ich hatte nie die Absicht, auf Krawall gebürstet zu sein“, so der Immekather.

Zur Erinnerung: Der Immekather warf Matthias Mann in der Mai-Sitzung des Stadtrates vor, dass die Kernstadt Klötze gegenüber den anderen Ortschaften bevorzugt werde. In der Stadt würde es überall blühen, der Titel „Grüne Stadt“ werde gut umgesetzt, die Dörfer der Einheitsgemeinde werden dafür von der Stadtwirtschaft vernachlässigt. Matthias Mann wies die Vorwürfe zurück und warf Hans-Jürgen Zeitz vor nur „auf Krawall gebürstet“ zu sein. Außerdem gebe es Firmen und Mitarbeiter, die nur ungern nach Immekath kommen, um dort ihre Arbeit zu machen, weil nichts richtig werde, hatte Mann erklärt.

Im Ortschaftsrat am Donnerstag empörte sich Hans-Jürgen Zeitz über diese Aussagen: Er habe viele Bauprojekte in Immekath beantragt und begleitet, keine der Baufirmen habe je gesagt, nicht mit ihm arbeiten zu wollen. Matthias Manns Aussagen diesbezüglich seien falsch. „Ich stelle lediglich hohe Anforderungen. Für viel Geld kann man auch gut Arbeit erwarten“, so Hans-Jürgen Zeitz. „Ich weiß, dass in einem solchen Amt das ein oder andere Wort fallen kann und es Unstimmigkeiten gibt, aber diese Art der Demokratie kann ich nicht weiter vertreten.“

Es hätte nach der Stadtratssitzung außerdem einen anonymen Anruf bekommen, in dem er beschimpft und beleidigt worden war, erzählte er zudem im Ortschaftsrat. Er fühle sich persönlich angegriffen. Die Darstellung seiner Person in der Öffentlichkeit würde nicht zutreffen.

Zudem beklagte der Immekather, dass die Wunschliste, die der Ortschaftsrat 2013 erstellte, und bei der Stadt auch 2014 und 2015 eingereicht wurde, nicht abgearbeitet wird. „Die Ruine wurde abgelehnt, die Skaterbahn wurde abgelehnt, die Wege an der Kita wurden nicht gemacht und der Gehweg am Kahlenberg auch nicht. Bis heute ist nichts passiert“, schimpfte er. Zu den Reparaturmaßnahmen, die am Abend zuvor im Stadtrat angekündigt wurden, gehört im Übrigen auch die Sanierung des Gehwegs am Kahlenberg.

„Ich habe nach langem Ringen den Entschluss gefasst, mein Amt niederzulegen und hoffe auf das Verständnis der Bürger, die mir ihr Vertrauen geschenkt haben“, erklärte Hans-Jürgen Zeitz abschließend am Donnerstagabend.

Ab kommenden Mittwoch, 1. Juli, wird nun Immekaths stellvertretender Ortsbürgermeister Peter Gebühr vorübergehend die Amtsgeschäfte übernehmen. Bei der nächsten Ortschaftsratssitzung werden die verbleibenden Ratsmitglieder Peter Gebühr, Ines-Susann Barnieck, Michael Perner und Jens Stolle einen neuen Ortsbürgermeister aus ihren Reihen wählen müssen. Sollte sich kein Ortsbürgermeister finden, könnte wie in Neuferchau der Stadt-Bürgermeister das Amt übernehmen.

Wer aus den Reihen der UWG für Hans-Jürgen Zeitz im Klötzer Stadtrat nachrücken wird, entscheidet sich nach der Sommerpause.

Von Katharina Schulz

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