Familie Adebar zieht drei Junge auf

Nestbau begann vor zehn Jahren: Rekordjahr für Klötzer Störche

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Etwa 64 Tage vergehen bei den Störchen gewöhnlich vom Schlüpfen bis zum Flüggewerden: Am 28. Mai hatte Gundula Bromann die Klötzer Jungstörche das erste Mal ablichten können, bis zum 16. Juni hatten sie ihr Gewicht bereits vervielfältigt, seit wenigen Tagen beginnen sie mit dem Üben von Flugbewegungen. In gut einem Monat geht es bereits Richtung Winterquartier.

Klötze. Das Klötzer Storchenpaar steuert nach 2013 auf ein weiteres Rekordjahr zu. Drei Junge werden von den Langschnäbeln derzeit an der Salzwedeler Straße unweit des Lidl-Marktes aufgezogen.

Auf einen Blick

Aufgezogene Junge des Klötzer Storchenpaares:

2011: 1   2014: 1

2012: 2   2015: 2 *

2013: 3   2016: 3 

* anfangs 3 Junge

Anliegerin Gundula Bromann findet beim Durchblättern ihrer Aufzeichnungen zum Klötzer Storchenhorst einen weiteren Grund zur Freude. „Wir haben ja Jubiläum“, stellt sie beim Besuch der AZ überrascht fest. So ist es mittlerweile zehn Jahre her, dass Familie Adebar auf einem Schornstein neben dem einstigen Café Bünnig anfing ein Nest zu bauen. Damals, 2006, habe sie ihre Beobachtung der Naturparkverwaltung in Oebisfelde mitgeteilt, die seit jeher nicht nur auf den Storchenbestand des Drömlings, sondern auch auf den des Altkreises Klötze ein Auge wirft. Große Hoffnungen auf eine dauerhafte Ansiedlung wurden der Klötzerin aufgrund der ungünstigen Lage des Horstes inmitten des Stadtgebietes nicht gemacht. Die nächsten größeren Nahrungsgründe seien zu weit entfernt, hieß es damals.

Und tatsächlich dauerte es eine Weile, bis die Weißstörche in Klötze Fuß fassten und kontinuierlich Junge großzogen. Seit dem Jahr 2011 kann Gundula Bromann ihren Unterlagen jedoch jährlich eine weitere Angabe zur Jungenanzahl hinzufügen. Während der Brutzeit geht der Blick mehrfach täglich rüber zu den Störchen. „Das passiert ganz automatisch, schon morgens beim Hochziehen der Jalousien“, sagt die Klötzerin, die das Storchennest aus ihrem Schlafzimmerfenster genau im Blick hat. Entscheidende Eckdaten rund um das Storchenjahr werden sofort notiert. So kam der erste Klötzer Storch in diesem Jahr bereits am 20. Februar an. „Da war noch Winter“, so Gundula Bromann. Der zweite Adebar ließ sich dagegen deutlich mehr Zeit und trudelte erst einen Monat später ein. Seitdem klappert es fast täglich in der Nachbarschaft. „Manchmal sogar tief in der Nacht“, so die Anwohnerin.

Nach der Heimkehr aus dem Urlaub Ende Mai dann die Überraschung: Drei Junge reckten hungrig ihre Schnäbel in die Höhe. So viele waren übrigens auch im Vorjahr geschlüpft, aber letztlich nicht komplett durchgekommen. Dass es diesmal klappt, daran bestehe nach Einschätzung von Gundula Bromann nun kein Zweifel mehr. Regelmäßig hatten die Alten, meistens aus Richtung Purnitz kommend, Futter herangeschafft, sodass der rasch gewachsene Nachwuchs mittlerweile beim ersten Flügelschlagen beobachtet werden kann. Für den Klötzer Altkreis zeichnet sich dagegen nach erster Einschätzung durch Naturpark-Mitarbeiter Wolfgang Sender insgesamt ein eher durchwachsenes Storchenjahr ab. Endgültige Zahlen zum Bruterfolg liegen jedoch erst in einigen Tagen vor. „Das liegt daran, dass wir hier Ost- und Westzieher haben, die zu unterschiedlichen, oft weit auseinander liegenden Zeitpunkten mit dem Brüten beginnen. Während die ersten Jungstörche bereits flügge werden, schlüpfen woanders noch welche“, so Sender.

Von Matthias Mittank

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