Protestgottesdienst gegen Standort-Schließung

Der Fall Fricopan: "Die Region steht hinter euch"

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Nach dem Gottesdienst versammelten sich die Fricopan-Mitarbeiter vor dem Werk. Viele brachten ihre Kinder mit zum Protest, um zu zeigen, dass ihre ganze Familie von der Schließung betroffen ist.

Immekath. Großes Mediengetümmel am Pfingstmontag in der Immekather Kirche – Vertreter von Presse, Radio und Fernsehen strömten in das Gotteshaus, um beim Protestgottesdienst gegen die Fricopan-Schließung, zu dem Pfarrer Bernd Schulz, aufgerufen hatte, dabei zu sein.

Auch Vertreter der Politik zeigten in Immekath ihre Unterstützung. Viele Fricopan-Arbeiter warteten unterdessen vor der Kirche. Nicht alle wollten der Veranstaltung beiwohnen, sondern sich nur dem folgenden Protestmarsch zum Werk anschließen. Mit dem Lied „Wir wollen aufstehen“ – bei dem sich alle erhoben und laut mitklatschten – endete der Gottesdienst.

Am Fricopan-Werk versicherte Landrat Michael Ziche, dass die gesamte Region hinter den Fricopanern stehen würde. „Ich vermisse die soziale Verantwortung, die das Unternehmen an diesem Standort hat. Ich erwarte das von einem Unternehmen, das Fördermittel und damit auch Steuergelder bekommen hat“, erklärte er.

Enttäuscht von Fricopan als auch von der Glunz AG in Nettgau zeigte sich auch Bürgermeister Matthias Mann: „Wenn Fricopan und Glunz Probleme haben, dann leidet darunter die ganze Region.“ Axel Krüger, Betriebsratsvorsitzender der Glunz AG in Nettgau sicherte den Fricopanern seine Unterstützung zu: „Wir werden eng zusammenarbeiten und versuchen die Kuh vom Eis zu holen“. Dieter Pfeiffer, Gewerkschaftssekretär der IG Metal Wolfsburg, sicherte ebenfalls seine Hilfe zu.

Hoffnung trotz der Schließung konnte Fricopan Betriebsratsvorsitzende Gerda Hentschel machen. So habe es einen Interessenten für den Standort Immekath gegeben, informierte sie. Der Investor würde den Betrieb samt Personal übernehmen wollen. Sie habe den Investor an die Geschäftsführung weitergeleitet. Weitere Informationen konnte Hentschel aber noch nicht nennen.

Von Katharina Schulz

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