Tourismus- und Vermarktungskonzept Drömling: Erste konkrete Projekte sollen 2016 umgesetzt werden

Radwege ganz oben auf der Liste

+
Neben einem Radweg, der alle am Drömling anliegenden Gemeinden, Landkreise und Bundesländer vereint, soll es auch mehrere Gemeindeschleifen geben.

Drömling. Das im Auftrag der Städte Klötze, Gardelegen und Oebisfelde-Weferlingen sowie der Gemeinde Calvörde erarbeitete Tourismus- und Vermarktungskonzept Drömling (AZ berichtete) soll im kommenden Jahr erste greifbare Früchte tragen.

Davon geht Fred Braumann, Leiter des Naturparks Drömling, aus.

Demnach sei die Arbeitsgemeinschaft (AG) Radfahren/Besucherlenkung mit ihrem Vorhaben, eine Radwanderkarte für das Gebiet des Niedermoorgebietes zu erstellen, „schon ziemlich weit vorangekommen“. Nach der angestrebten Zertifizierung durch den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) soll die Karte 2016 erscheinen und per ISBN-Nummer bundesweit erhältlich sein. Neben einem 132 Kilometer langen länder- und landkreisübergreifenden „Drömlings-Radweg“ werde die Karte auch vier Gemeindeschleifen wie etwa die „Klötzer Moor- & Wald-Tour“ (siehe Grafik) sowie mehrere Abkürzungen ausweisen.

Daneben werde auch eine Aufnahme der Radwanderwege in den digitalen Natursport-Planer des Deutschen Wanderverbandes (www.wegeverwaltung.de) angepeilt. Das Online-Angebot könne mit der Homepage des Naturparks beziehungsweise des geplanten Biosphärenreservats verknüpft werden. An dieser Möglichkeit, so Braumann, sei auch die AG „Rund ums Pferd“ für das von ihr entwickelte Reitwegenetz interessiert.

Unerlässlich werde künftig zudem ein sogenanntes Wegemanagement sein. Wie der Naturpark-Leiter vorausblickt, werde im nächsten Jahr eine Neuausschilderung der Drömlings-Radwege nach bundesdeutschem Standard über die Leader-Förderung angestrebt. Da ein Schild mit Kosten von 30 bis 50 Euro zu Buche schlage, werde derzeit mit Gesamtkosten von etwa 30 000 bis 50 000 Euro für das Projekt gerechnet.

Um schneller Mängel beseitigen zu können, sollen zudem ehrenamtliche Melder in den angrenzenden Orten gefunden werden, die über das Internet Schäden an Wegen oder Schildern ortsgenau melden können. Als ein weiteres wichtiges Leitprojekt wird der Aufbau einer gemeinsamen touristischen Organisation angesehen. Nach derzeitigem Stand sei es laut Braumann am wahrscheinlichsten, dass diese in der Naturpark-Verwaltung in Oebisfelde angesiedelt werde. Im Zuge der geplanten länderübergreifenden Biosphärenreservats-Ausweisung bestehe die Hoffnung, dass Sachsen-Anhalt und Niedersachsen die Verwaltung und damit auch das Informationshaus Drömling in Kämkerhorst personell stärken. Anvisiert werde dabei eine Art Manager, der beispielsweise touristische Angebote wie die beliebten und stets ausgebuchten Gänsewanderungen mit anschließendem Gänse-Essen in Piplockenburg koordiniert. Angelehnt an diese erfolgreiche Veranstaltung könnte sich Braumann beispielsweise für den Norden des Drömlings eine Heckrinder-Tour vorstellen. Doch dafür bräuchte es auch entsprechende Initiativen von Gastwirtschaftsbetrieben vor Ort. Ebenso wie weitere Natur- und Kulturlandschafts-Führer, die über Volkshochschule-Kurse für ihre Tätigkeit ausgebildet werden sollen. Weitere Themenfelder für Wanderungen könnten Amphibien des Niedermoores, die Wasserbau-Technik oder auch Grenzgeschichten sein. Große Hoffnung setzt der Naturpark-Leiter auch bei der Etablierung eines jährlichen Drömlingsfestes durch den Kulturklub Drömling (KKD) und die Anliegergemeinden. „Wahrscheinlich noch nicht im nächsten Jahr, aber dann 2017“, so Braumann.

Von Matthias Mittank

Lesen Sie am Freitag mehr dazu im E-Paper und in der Printausgabe der Klötzer Altmark-Zeitung.

Kommentare