Gestaltung liegt in den Händen der Stadt / Einige Abschnitte sind an Fremdfirmen vergeben

Rabatten sind kein Vorgarten

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An der Kunrauer Ortsdurchfahrt sind die Straßenrabatten entweder bepflanzt oder als Rasen gestaltet. Es soll kein Vorgarten sein. Die Pflege übernimmt die Stadtwirtschaft, für einige Abschnitte werden aber auch Fremdfirmen beschäftigt.

Klötze / Kunrau. Anlass für die Debatte im Kunrauer Ortschaftsrat über die Pflege der Straßenrabatten war die Anfrage, ob diese auch mit Kieselsteinen gestaltet werden könnten, um sie pflegeleichter zu gestalten. Dem erteilte Ortsbürgermeister Uwe Bock eine klare Absage.

„Festgelegt ist, dass die Rabatten begrünt oder mit Rasen gestaltet werden“, erinnerte er. Zuständig für die Rabatten sei die Stadt. „Es kann nicht sein, dass jeder das als seinen Vorgarten gestaltet“, so Uwe Bock. Es müsse schon ein wenig einheitlich im Ort aussehen.

Einheitlich wäre auch Rasen, erinnerte er an eine frühere Überlegung des Kunrauer Rates. Der Gedanke war aber wieder verworfen worden. Bis 2010 habe es keine Probleme bei der Pflege gegeben, da Kunrau als selbstständige Gemeinde über vier Mitarbeiter im grünen Bereich verfügte, die die Pflege übernommen haben. Seit der Eingemeindung nach Klötze kommt die Stadtwirtschaft mit den Arbeiten kaum nach. „Es ist nicht im Sinne des Erfinders, dass die Bürger das Straßengrün pflegen“, fand Ralf Schumann. „Wir zahlen alle Steuern, da soll das mal die Stadt machen“, so die Meinung des Kunrauer Einwohners, die von mehreren geteilt wurde. Zumal die Kunrauer den Eindruck hatten, dass in Klötze viel mehr gemacht werde, als in den Ortsteilen. Gudrun Lenz verwies als Beispiel auf den Kreisel an der Poppauer Straße, der immer tipptopp in Ordnung sei.

Beim Thema Rabattenpflege sprang der Klötzer Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Schmidt im jüngsten Stadtrat der Stadtwirtschaft bei. Er hatte sich nach der in Kunrau geäußerten Kritik eigens auf den Weg gemacht, um sich die Grünflächen und Rabatten dort anzusehen. Und auch wenn er durch andere Ortsteile der Stadt fahre, halte er stets die Augen offen, berichtete Schmidt. Das Urteil des Klötzer Ortsbürgermeisters: „Klötze wird nicht bevorzugt.“

Die Stadtwirtschaft leiste eine ordentliche Arbeit in allen Bereichen, betonte Hans-Jürgen Schmidt. Vieles, was liegen bleibe, sei der Technik geschuldet. Wenn diese kaputt oder für den Einsatz nicht geeignet ist, könne nun mal nicht gemäht oder geschnitten werden.

Wie der Klötzer Bürgermeister Matthias Mann bestätigte, hat die Stadt inzwischen einige Bereiche, die bislang von der Stadt gepflegt wurden, an Fremdfirmen vergeben. Uwe Bock hatte seinen Ortschaftsrat darüber informiert. „Es ist ein Versuch“, so Bock. Unter anderem sei die Hecke am Ehrenmal neben der Kirche nunmehr an eine Firma übertragen. Dass dem Ortschaftsrat die Hecke zu hoch vorkam und sie so eine Gefahrenquelle darstelle, da sie die Sicht der Autofahrer einschränke, sollte auf der neuen Plattform der Stadt im Internet gemeldet werden, regte der Ortsbürgermeister an. „Vielleicht wird dann schneller etwas gemacht.“

Zu dem Versuch, einen Teil der Grünarbeiten an Fremdfirmen zu vergeben, erklärte Matthias Mann gegenüber der AZ: „Vor allem da, wo sich der Pflegeaufwand klar messen und die Fläche berechnen lässt“, sei die Vergabe möglich. Dazu gehöre der Bereich der Gardelegener und Breiten Straße an der Klötzer Ortsdurchfahrt, die Grünflächen an der Straße der Jugend rund um die Schulen und die Skaterbahn sowie der Kunrauer Park. „Wir probieren das mal aus und gucken, wie sich das bewährt“, erläuterte der Bürgermeister.

Von Monika Schmidt

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