„Politischen Nachdruck verleihen“

Bauausschuss für Radweg von Etingen bis Oebisfelde aus

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Der Anschluss von der Magdeburger Straße bis zum Abzweig nach Gehrendorf und Lockstedt hat als einziger Chancen, überhaupt als Radweg gebaut zu werden.

Oebisfelde. Während die Bürgerinitiative für einen Radweg entlang der L 24 von Rätzlingen bis Oebisfelde kämpft, sind diese Wege bei der Landesstraßenbaubehörde ganz weit hinten eingeordnet (wir berichteten).

Die einzelnen Abschnitte haben in der Landesplanung die Ränge 313, 400 und 401, sie sind nicht im vordringlichen Bedarf eingeordnet. „Man könnte dem Wunsch eines Radwegs entlang der L 24 von Etingen bis Oebisfelde als politische Willensbekundung Nachdruck verleihen“, regte Bauamtsleiter Uwe Dietz im Bauausschuss an. „Das sollten wir tun“, bestätigte Martin Krems-Möbbeck (SPD) als Bauausschussmitglied.

Derzeit wird die Stellungnahme der Kommune zur Fortschreibung der Bedarfspläne für die straßenbegleitenden Radwege an Landes- und Bundesstraßen für die Jahre 2015 bis 2030 erarbeitet. Bis Ende September muss sie beim Land abgegeben werden. Ob die Prioritätenlisten danach geändert werden, ist noch offen.

Als einzige Maßnahme aus dem Bereich Oebisfelde-Weferlingen, die für den vordringlichen Bedarf eingeordnet ist, bestehen für den Abschnitt vom Oebisfelder Ortsausgang an der Magdeburger Straße in Richtung Bösdorf bis zum Abzweig nach Gehrendorf und Lockstedt auf Platz zehn der Liste Chancen auf eine Realisierung. Der Abschnitt ist so weit oben eingeordnet, weil das Land „das letzte Stück der Straße noch realisieren möchte“, erläuterte der Bauamtsleiter. Der Radweg ist Bestandteil der Planungen, um die Sanierung komplett zu haben.

„Das Votum der Bevölkerung ist eindeutig“, stellte Sven Groneberg (SPD) mit Blick auf die gut besuchten Aktionen der Bürgerinitiative fest. „Den Abschnitt bis zum Abzweig Lockstedt kann man sich sparen. Der Radweg macht nur komplett Sinn. Wir sollten deshalb sagen, dass wir den gesamten Bedarf sehen“, erklärte der Oebisfelder.

Dem schlossen sich die übrigen Ausschussmitglieder an. Einstimmig legten sie fest: „An der L 24 ist ein kompletter Radweg erforderlich“, so die Stellungnahme der Kommune, die ans Land abgegeben werden soll.

Der Bauausschuss unterstützt die Argumentation der Bürgerinitiative für den Radweg an der L 24. Diese begründet ihre Forderung unter anderem damit, dass die Einwohner der betroffenen Ortsteile den Weg für den vordringlichen Bedarf eingeordnet sehen möchten. Es ist für Schulkinder und Senioren eine wichtige Verbindung. Nur auf einem Radweg neben der Straße können sie sicher das Grundzentrum Oebisfelde erreichen oder zum Grundschulstandort nach Rätzlingen gelangen. Bislang müsste auf der Straße gefahren werden, was bei der viel befahrenen Landesstraße und angesichts des Lkw-Verkehrs auf diesem Abschnitt eine gefährliche Angelegenheit ist. Der straßenbegleitende Radweg dient der Sicherheit der schwächeren Verkehrsteilnehmer. Eine entsprechende Petition hatten die Bürgerinitiative an die Landtagsabgeordneten aus der Region sowie an weitere politische Vertreter aus dem Kreis überreicht, mit der Bitte, sich für das Anliegen der BI einzusetzen. Der Bauausschuss unterstützt dieses Anliegen nun.

Weitere Radwege, die im Bedarfsplan aufgenommen sind, sind an der B 188 von Bergfriede bis Taterberg (laufende Nummer 196), von Breitenrode bis zur Landesgrenze (Nr. 137) an der L 24 sowie von Buchhorst nach Wassensdorf an der L 22 (Nr. 471). Im Südbereich der Stadt sind Radwege an der L 42 von Eschenrode bis Weferlingen (Nr. 267), von Hörsingen bis Eschenrode (Nr. 292), von Behnsdorf bis Siestedt an der L 43 (Nr. 462) und von Siestedt nach Weferlingen (Nr. 483) in den Bedarfsplan eingestellt.

Von Monika Schmidt

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