Nach trockenem Sommer startet die Saison jetzt richtig durch

Auf die Pilze, fertig los! Experte Gerhard Schnüber gibt Tipps

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Der Hexenröhling (l.) wird wegen seiner rötlichen Färbung oft mit dem Satanspilz verwechselt, ist aber essbar. So auch der Perlpilz (r.) der wegen seiner Ähnlichkeit zum giftigen Pantherpilz von Unerfahrenen gemieden werden sollte, rät Pilzexperte Dr. Gerhard Schnüber.

Klötze. Der Regen der vergangenen Tage, dazu warme Temperaturen und etwas Sonnenschein und schon schießen sie aus dem Boden – Herbst ist Pilzsaison. „Ob es dieses Jahr aber richtig was wird, weiß ich nicht“, sagt Dr. Gerhard Schnüber, Pilzsachverständiger aus Klötze.

Der Sommer war anfangs sehr trocken, sodass die schmackhaften Gewächse noch auf sich warten ließen. Zwar haben Pilzsammler schon einige Exemplare gefunden, so richtig kam die Pilzsaison bisher aber nicht in die Gänge. „Es scheint jetzt loszugehen“, schätzt Gerhard Schnüber ein.

In Parks, auf Wiesen und natürlich im Wald sind die meisten Pilze zu finden. „Je nach Wetter, wenn kein richtiger Frost dazwischenkommt, kann man noch bis November welche sammeln“, erklärt der Pilzexperte, der als Mitglied des Landesverbandes der Pilzsachverständigen Sachsen-Anhalt (LVPS) eine von landesweit 90 Pilzberatungsstellen unterhält. Generell rät er unerfahrenen Sammlern zu Röhrlingen zu greifen und Lamellenpilze stehen zu lassen. Denn unter den Röhrlingen befinden sich keine tödlich giftigen Exemplare. Ansonsten sollte man Giftpilze kennenlernen und sich ausgiebig über die Unterscheidungsmerkmale informieren.

Am meisten landen in dieser Region Pfifferlinge, Krause Glucke und Maronen in den Körben. „Die kommen hier am häufigsten vor“, weiß Gerhard Schnüber. Hexenröhrlinge werden wegen ihrer roten Farbe dagegen meist stehen gelassen, weil sie oft mit den giftigen Satanspilzen verwechselt werden. „Hexenröhrlinge verfärben sich aber nach dem Durchschneiden sofort dunkelgrün bis bläulich“, weiß der Experte. Einen Satanspilz hat er bisher auch noch nie gefunden. Wer sich nicht sicher ist, sollte einen Pilzsachverständigen zurate ziehen. Kontakt: Dr. Gerhard Schnüber, Breite Straße 53, 38486 Klötze, Tel. (0 39 09) 37 58. Eine Liste aller Pilzberater in Sachsen-Anhalt gibt es im Internet unter www.lvps.de.

Sammlern rät Gerhard Schnüber auch, die Pilze in einen Korb zu legen und nicht in eine Plastiktüte. Sie sollten luftig transportiert und gelagert werden und nicht in den Kühlschrank gepackt werden. Ob die Pilze abgeschnitten oder aus der Erde herausgezogen werden, ist egal.

Übrigens: Gesundheitlich ist der Verzehr von Pilzen mittlerweile kein Problem mehr. „Wir untersuchen in Sachsen-Anhalt Maronen alle zwei Jahre auf Radioaktivität, indem wir Proben zum Ministerium für Gesundheit und Soziales schicken. Anfangs lag der Wert noch bei 600 Becquerel, jetzt sind wir bei 300“, erzählt Gerhard Schnüber. In Sachsen-Anhalt gibt es nur noch eine Stelle bei Havelberg, wo die Grenzwerte überschritten werden, weiß er.

Von Katharina Schulz

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