Klötzer machen sich keine Sorgen um die Partnerschaft zu Milomlyn nach der Präsidentenwahl

Klötzer haben Bedenken nach polnischer Präsidentenwahl: „Parteipolitik war nie ein Thema“

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Parteipolitik war bei den Treffen zwischen dem Klötzer Bürgermeister Matthias Mann (stehend) und seinem Amtskollegen Stanislaw Siwkowski (davor sitzend) aus Milomlyn nie ein Thema. Das Verhältnis ist eher freundschaftlich.

Klötze / Milomlyn. Während sich der Gardelegener Bürgermeister Konrad Fuchs Sorgen um den Fortbestand der Städtepartnerschaft mit dem polnischen Darlowo macht, hat Klötzes Oberhaupt Matthias Mann da gar keine Bedenken.

Die Gardelegener begründen ihre Sorgen mit dem Ausgang der polnischen Präsidentenwahl. Mit Andrzej Duda steht wieder ein nationalkonservativer Politiker an der Spitze des Staates. „Wir wissen nicht, welche Auswirkungen die Präsidentenwahl in Polen auf unsere Partnerschaft hat“, erklärte Konrad Fuchs Ende Mai nach seiner Rückkehr aus der Partnerstadt, dem ehemaligen Rügenwalde. In Darlowo wurde das 702-jährige Stadtjubiläum und die Rückkehr zum polnischen Namen der Stadt vor 70 Jahren gefeiert. Der Gardelegener war gemeinsam mit zwei Stadträten zu den Partnern gereist. Der Kontakt zwischen beiden Städten ist gerade erst wieder etwas intensiviert worden. Nun sorgen sich die Altmärker, dass es wieder eine Rückschritt gibt. Denn als von 2005 bis 2010 die Kaczynski-Brüder an der politischen Macht waren und einen eher EU-distanzierten Kurs fuhren, schlief parallel die Städtepartnerschaft zwischen Gardelegen und Darlowo quasi über Nacht ein. „Vier Jahre war Sendepause“, erinnert sich Konrad Fuchs. Was wohl auch an den damaligen Machtverhältnissen in Warschau gelegen haben mag. Nun, mit dem neugewählten Präsidenten, hofft nicht nur Fuchs auf keine neuerliche Eiszeit. Denn – und davon konnten sich die Gardelegener vor Ort ein Bild machen – die polnische Stadt hat in den vergangenen Jahren sehr viel von der EU-Mitgliedschaft und den verschiedenen Förderprogrammen profitiert.

Ähnlich profitiert auch Klötzes Partnerstadt Milomlyn von der EU-Förderung. Dank Mitteln aus den verschiedenen Programmen sind große Projekte, gerade in Sachen Tourismus, auf den Weg gebracht. Auch die Partnerschaft mit Klötze wird von der EU-gefördert. Eine Eiszeit wie in Gardelegen hatte es zwischen den beiden Kommunen allerdings nie gegeben, auch wenn bei den polnischen Partnern die politischen Funktionsträger im Verlauf der vergangenen zehn Jahre gewechselt haben. Mit Stanislaw Siwkowski ist das Verhältnis sehr gut. „Wir haben die Partnerschaft nie auf die parteipolitische Ebene gehoben“, betont Matthias Mann. Es sei völlig unwichtig, wer zu welcher Partei gehöre. „Das war nie ein Thema zwischen uns“, betont er. Daran, so ist der Klötzer überzeugt, werde auch der neue polnische Präsident nichts ändern. Ganz im Gegenteil: Derzeit laufen die Vorbereitungen für den Besuch einer Klötzer Delegation in der Partnerstadt an. Milomlyn feiert Anfang August das 680-jährige Stadtjubiläum. Dazu soll der Partnerschaftsvertrag mit Klötze erneuert werden.

Von Monika Schmidt und Stefan Schmidt

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