„Nicht von oben den Orten überstülpen“

Stadt Klötze würde Frühjahrsputz-Aktionen gerne unterstützen

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Die Feuerwehr Trippigleben macht schon seit Jahren im Frühjahr einen Umwelttag, bei dem Müll in der Gemarkung gesammelt wird und Nistkästen gereinigt werden. Solche Initiativen müssen „von unten wachsen“, findet Bürgermeister Matthias Mann. Wenn sie den Orten als von der Stadt verordneter Frühjahrsputz aufgezwungen werden, würde das kein Erfolg.

Klötze. Da es in diesem Winter noch keinen Schnee gegeben hat, fallen sie derzeit wieder verstärkt ins Auge: die Müllberge, die sich an den Straßenrändern sammeln.

Manchmal sind es nur aus dem Autofenster geworfene leere Verpackungen, aber auch ganzer Hausrat, der am Straßenrand entsorgt wird. Schon im Frühjahr war das in der Einheitsgemeinde Klötze ein Problem. Damals hatte Bürgermeister Matthias Mann überlegt, die Einwohner 2016 zum „Frühjahrsputz“ aufzurufen, um die Straßenränder und Ortslagen zu säubern.

Hält er an diesen Plänen fest? „So etwas kann man von oben nicht überstülpen, die Initiative muss von unten wachsen“, findet Matthias Mann. Gerade aus seinen Erfahrungen im Landwirtschaftsamt oder in der Dorfentwicklung kann er sagen, dass angeordnete Putzaktionen nicht viel bringen. Aber die Stadt würde diese Initiativen aus den Orten gerne begleiten und unterstützen, versichert er.

Möglichkeiten gebe es viele. Wenn sich ein Ort zum Frühjahrsputz entschließt, könne zum Beispiel zum Abschluss der Bürgermeister mit einem Fass Bier und einer Bockwurst vorbeikommen, um sich bei den Einwohnern für ihr Engagement zu bedanken.

Doch die Stadt würde nicht nur die Versorgung übernehmen. Auch ganz praktische Unterstützung kann er sich vorstellen: „Wir könnten auch die materiellen Kosten oder die Kosten für den Container übernehmen“, spinnt er den Gedanken weiter, ohne dass es bislang konkrete Zusagen gibt. Auch Technik, wie einen Freischneider oder schwere Geräte, könnte die Stadt stellen. „Oder wir könnten sagen, wenn ihr das macht, kommt einer von der Stadtwirtschaft dazu, und hilft. Da gibt es einige Möglichkeiten“, so Matthias Mann.

Aber einen Aufruf, an einem bestimmten Tag im Jahr die Ortschaften sauber zu machen, den wird es von Matthias Mann 2016 nicht geben.

Es gebe ja durchaus schon zahlreiche Beispiele, listet er auf: Die Männer in Steimke, die Immekather, die die Dahlien pflanzen, die Trippiglebener Feuerwehr, die seit Jahren schon den Müll in der Gemarkung sammelt, die Kuseyer Senioren, die das Gemeindebüro putzen – die Liste der Beispiele lässt sich noch weiter fortsetzen. „Aber vielleicht könnte man tatsächlich einen zentralen Tag nehmen und sagen, wer mitmachen will, macht etwas. Aber generell von oben den Einwohnern aufsetzen, das möchte ich nicht.“

Von Monika Schmidt

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