Kunrauer BUND-Gruppe macht weiter

Neue Mitstreiter im Kampf gegen die Schweinemastanlage

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Günter Zogbaum

Kunrau. Die BUND-Ortsgruppe Kunrau will den Klageweg im Kampf gegen die geplante Schweinemastanlage mit 8250 Mastplätzen zwischen Kunrau und Rappin weiter fortsetzen.

Das ist das Ergebnis einer internen Absprache im Nachgang der Ortschaftsratssitzung am Montagabend im Kunrauer Schloss. „Wir haben drei neue jüngere Mitstreiter gewinnen können, und es stoßen mit Sicherheit noch weitere hinzu – wir werden den Brüdern schon noch das Fürchten lehren“, erklärte Günter Zogbaum von der BUND-Ortsgruppe auf Nachfrage der AZ.

Der Sprecher der Aktivisten hatte zuvor im Rahmen der regelmäßigen Infoveranstaltungen immer wieder betont, dass es für eine sich vermutlich noch über viele Jahre hinziehende Klage der Ortsgruppe an engagiertem jungen Nachwuchs mangele. Um diesen hatte sich nun Kunraus Ortsbürgermeister Uwe Bock gekümmert, der zur Beratung am Montagabend mehrere Interessenten eingeladen hatte.

Die BUND-Ortsgruppe werde sich in der nächsten Zeit intern treffen und neu formieren, kündigte Zogbaum an. Für eine weitere öffentliche Infoveranstaltung in Kürze bestehe vorerst kein Handlungsbedarf, so der Kunrauer.

Noch Ende Mai hatten die Kunrauer Aktivisten, nachdem das Oberverwaltungsgericht (OVG) Magdeburg den Antrag der Ortsgruppe auf einstweiligen Rechtsschutz abgelehnt hatte, das Scheitern des Klageweges verkündet (AZ berichtete). Denn auch wenn die Klage Erfolg haben sollte: Die Investoren, mehrere Landwirte aus Bad Bentheim, können mit dem Bau der Anlage beginnen, und wollen, wie sie auf Nachfrage erklärten, das auch „so schnell wie möglich“ tun. Die Ortsgruppe hatte daraufhin empfohlen, Schäden und Unregelmäßigkeiten im Rahmen des Baus und Betriebs der Schweinemastanlage zu dokumentieren, um eine mögliche Erweiterung der Ställe in der Zukunft zu verhindern.

Dass die Ortsgruppe im Hauptverfahren „durchaus nicht chancenlos“ sei und dass der Fall ein „ganz erhebliches, möglicherweise rechtsfortbildendes Potenzial“ habe, hatte dagegen der Wolfsburger Anwalt den Kunrauern attestiert. Die Hoffnung, den BUND-Landesverband für das Erzielen eines Präzedenzfalles finanziell mit ins Boot zu holen, erfüllte sich für die Ortsgruppe jedoch zunächst nicht – mehrere Anfragen blieben unbeantwortet. Nun schöpft Günter Zogbaum neue Zuversicht. „Der BUND-Landesvorstand tagt in dieser Woche“, hofft der Kunrauer auf positive Signale.

Von Matthias Mittank

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