Allende-Schüler verabschiedeten Jörg Kägebein mit vielen Überraschungen / 31 Jahre Leiter

„Nagelneue Schule“ übergeben

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Mit bunten Ballons und vielen Überraschungen wurde Jörg Kägebein verabschiedet.

Klötze. „Ich bin gerne zur Schule gegangen“, sagte Jörg Kägebein gestern. Und das bezog er nicht nur auf seine Schulzeit, sondern auch auf das Berufsleben. Seit 1962 ist er mit der Schule verbunden.

Am gestrigen letzten Schultag wurde er von den Klötzer Allendeschülern in den Ruhestand verabschiedet. Und dafür hatten sich die Klasse eine Menge einfallen lassen.

Mitten auf dem Schulhof stand der Schaukelstuhl für den Neu-Ruheständler schon bereit. Dazu ließen die Schüler bunte Luftballons in den strahlend blauen Himmel über der sanierten Allende-Schule steigen. „Es gibt heute ideale physikalische Bedingungen für den Auftrieb“, erklärte Jörg Kägebein noch schnell. Physik, Chemie und Mathe – das sind die Fächer, die er schon als Schüler am liebsten mochte. „Mit den Fremdsprachen hatte ich es nicht so, da musste man zu viele Vokabeln lernen“, gab er zu – um anschließend natürlich sofort die Sekundarschüler zu ermahnen, sich in diesem Fall den Schulleiter nicht zum Vorbild zu nehmen. Denn: „Die Schule ist die Grundlage für das weitere Leben“, erklärte der Pädagoge seine Schüler zum Abschied.

Im 31. Jahr leitet Jörg Kägebein die Allende-Schule. Und hat in diesen Jahren viel erreicht. So wurde die Sekundarschule in den vergangenen Jahren vom Altmarkkreis umfangreich saniert und modernisiert. Ein Aufzug wurde angebaut, um Integration zu ermöglichen. Zudem wurde aus der Sekundarschule eine Ganztagsschule. „Wir haben eine nagelneue Schule“, erinnerte Jörg Kägebein und bedankte sich besonders bei den Kollegen und seinen Mitstreitern in der Schulleitung für die Unterstützung und Mitarbeit. Mit Anke Muck, die für die Koordination der Ganztagsschule zuständig ist, feierte er praktisch seine berufliche Silberhochzeit, denn die beiden arbeiten seit 25 Jahren zusammen, erinnerte sie bei der Verabschiedung.

Verabschiedet wurde gestern auch Xenia Schirdewan. Sie absolvierte nach dem Abitur in Nürnberg und dem Studium in Marburg ihr Referendariat an der Allende-Schule. Als frisch gebackene „Junglehrerin“ mit einem sehr guten Abschlusszeugnis wechselt sie zum neuen Schuljahr an die Oebisfelder Sekundarschule und unterrichtet dort Ethik und Biologie. „Wir hätten sie gerne behalten, aber das Kollegium ist bereits ausreichend besetzt“, bedauerte der scheidende Schulleiter ein wenig. Und so nahmen gestern eine Junglehrerin und ein altgedienter Pädagoge Abschied.

Doch zumindest Jörg Kägebein hat noch nicht zum letzten Mal das Schulgebäude an der Straße der Jugend betreten. „Die Schach-AG mache ich weiter“, kündigte er den Schülern an. Und die wünschten sich im Gegenzug, dass er dann auch noch mal eine seiner Durchsagen über den Schullautsprecher in die Klassenräume machen könnte.

Von Monika Schmidt

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