Keine Gefährdung der Umwelt, da nur nachwachsende Rohstoffe aus dem geplatzten Lagerbehälter in den Naturpark liefen

Nach Gülleunfall: Das große Aufräumen

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1,2 Millionen Liter Gülle flossen über die Anlage und den Gehrendorfer Weg auf einen angrenzenden Acker. Eine Umweltgefährdung bestand nicht.

reh Bösdorf. Die Aufräumarbeiten der Agrar Produktionsgesellschaft mbH Bösdorf haben begonnen. Dort war am Neujahrsmorgen ein geschraubter Stahlbehälter mit flüssigen Gärresten der Biogasanlage geplatzt (wir berichteten).

1,2 Millionen Liter Gülle ergossen sich in die Landschaft. Der Rest der noch im Tank befindlichen Gülle wurde abgepumpt, informiert die Polizei. Mitarbeiter des Umweltamtes des Landkreises Börde hatten vor Ort die notwendigen Maßnahmen zur Gefahrenabwehr eingeleitet. Durch die Wucht der Explosion wurden Stall- und technische Anlagen beschädigt.

Für die Mitarbeiter des Milchviehbetriebes war Sonnabend ein langer Arbeitstag. Die Flüssigstoffe wurden abgepumpt, die Feststoffe von den Wegen und Zufahrten befreit. Über 40 Fässer wurden gefüllt. Die Feststoffe sollen später im Betrieb eingelagert werden. Die angebotene Hilfe von umliegenden Landwirtschaftsbetrieben und Unterstützung durch die Feuerwehr brauchten nicht in Anspruch genommen werden.

Bereits am späten Nachmittag des Unglückstages wurde mit der Schadensbeseitigung begonnen. Früher ging es nicht. Da der Betrieb im Naturschutzgebiet liegt, wollte Geschäftsführer Jörg Stottmeister sicherheitshalber zunächst sowohl das Umweltamt des Bördekreises und die Naturparkverwaltung Drömling, als auch den Unterhaltungsverband „Obere Ohre“ informieren.

Die Mitarbeiterin des Umweltamtes, die die Situation und die organische Substanz vor Ort unter die Lupe nahm, gab am Nachmittag dann grünes Licht zum Aufräumen. Da es sich um eine Anlage mit nachwachsenden Rohstoffen handelte, brauchten Proben aus dem Erdreich zur Untersuchung nicht genommen werden. „Die Flüssigkeit bestand aus Gülle, Mais- und Grassilage. Keine Abfälle. Außerdem haben wir nach dem Unglück, in Absprache mit der Naturparkverwaltung, vorsichtshalber eine Blockade errichtet, um ein Weiterleiten der Flüssigkeit in die angrenzenden Gräben zu verhindern“, sagte der Geschäftsführer. Wie Jörg Stottmeister informierte, kommt die Gülle von den Kühen, wird in der betriebseigenen Biogasanlage vergoren und mit dem Gas Strom produziert. In dem geplatzten Lagerbehälter befanden sich lediglich die Endprodukte.

Warum Lagerbehälter platzte, ist derzeit noch unklar. Es wird von einem technischen Defekt ausgegangen. „Der Behälter, Baujahr 1993, wird regelmäßig auf Dichtheit geprüft. Bisher war alles in Ordnung“, sagte Jörg Stottmeister, der den Schaden auf mehrere zehntausend Euro schätzt.

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