Gunhild Heinrich macht mit den Bewohnern des Klötzer Wohnparks gemeinsam Musik

Melodien für Senioren

+
„Beim Singen ist es egal, ob man Professor oder Rentner ist, da sind alle auf einer Stufe“, weiß Gunhild Heinrich. Die Musikgeragogin beschäftigt und fördert den Geist der Senioren durch ihre wöchentlichen Besuche im Senioren-Wohnpark in Klötze.

Klötze. Wenn Gunhild Heinrich einmal in der Woche in den Klötzer Senioren-Wohnpark kommt, wird sie von den Bewohnern schon sehnsüchtig erwartet. Denn sie Salzwedelerin bringt die Männer und Frauen so richtig in Schwung – und zwar mit Musik.

Allerdings wird bei den Terminen mit der Musikgeragogin nicht getanzt, sondern gesungen und gemeinsam musiziert. „Musik ist der Renner“, ist die Salzwedelerin überzeugt und Annette Regas, Ergotherapeutin der Einrichtung, kann ihr nur beipflichten: „Musik ist auch ganz viel Seele. “.

Von Hause aus ist Gunhild Heinrich – die Frau des Salzwedeler Superintendenten – Kirchenmusikerin. Auch in der musikalischen Früherziehung hat sie viel gearbeitet. Als die Familie 2009 nach Salzwedel zog, wurde sie von der Kreismusikschule angesprochen, ob sie dort Kurse anbieten wollte. „Da habe ich gesagt, ich möchte gerne etwas mit Senioren machen“, erzählt Gunhild Heinrich, während immer mehr musikinteressierte Bewohner in den kleinen Speisesaal des Seniorenwohnparks kommen. Es hat sich herumgesprochen, dass an diesem Nachmittag wieder musiziert wird. Im wöchentlichen Wechsel musiziert die ausgebildete Musik-Geragogin mit den Bewohnern im Speisesaal oder in den Demenzbereichen. „Mir macht das riesig Spaß“, erzählt sie. Und auch die Senioren sind begeistert bei der Sache, egal ob es ums Singen oder um das Spielen von Instrumenten geht.

Zu Beginn des Nachmittags wird gesungen. „Ich suche mir jede Woche ein Thema, zu dem es bekannte Lieder gibt“, erklärt Gunhild Heinrich. Zum Beispiel der Mai: Ob „Der Kuckuck und der Esel“ oder „Der Mai ist gekommen“ – die Senioren sind sehr textsicher. Auch im Demenzbereich singen dann Betreute mit, die sonst vielleicht nicht mehr so viel sprechen. Aber die Musik, die aus den Herzen kommt und an die Kindheit erinnert, „geht immer.“

Im Salzwedeler Seniorenheim Jeetzeblick leitet Gunhild Heinrich einen Chor – so hat ihre Arbeit in den Seniorenheimen der Region begonnen. Bei einem Gespräch mit der Klötzer Einrichtungsleiterin Vera Ossada-Pannier erzählte die Salzwedelerin von ihrer Arbeit und die Einrichtungsleiterin ergriff sofort die Gelegenheit: „Betrachten Sie das Gespräch als Beginn einer Zusammenarbeit“, hat Vera Ossada-Pannier damals zu Gunhild Heinrich gesagt, daran erinnert sich diese noch ganz genau.

Nach dem gemeinsamen Singen und ein paar aufgefrischten Erinnerungen werden die Instrumente ausgepackt: Klanghölzer, Triangeln, Trommeln und Glöckchen. Damit begleiten die Senioren zum Beispiel die „Ambosspolka“. Und bei „Wien bleibt Wien“ bewies so mancher, dass er nicht nur takt-, sondern auch textsicher ist.

Von Monika Schmidt

Kommentare