Freundlicher Neugeborenen-Empfang in Klötze

Mehr Kita-Kinder und Schüler: Demographischer Wandel mildert sich ab

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Babys, Eltern und Geschwisterkinder begrüßte Bürgermeister Matthias Mann (l.) gestern in der Familienbildungsstätte mit einem Beutel Bauklötze, damit die Kinder die Zukunft der Stadt gestalten können.

mm/cz Klötze / Altmark. Es gibt in den unterschiedlichen Kulturen verschiedene Traditionen, Neugeborene zu begrüßen. In der Altmark hat sich die Pullerparty etabliert. Und die Zahl dieser Feten stieg zuletzt wieder und demographische Wandel in der Region mildert sich ab.

In der Stadt Klötze gibt es noch eine zweite Begrüßung der neuen Mitbürger: Die Babybegrüßung durch die Stadt.

Auch die Tochter des Steimker Ortsbürgermeisters Frank Kraskowski, Celina, wurde gestern in der EFA begrüßt.

„Das ist schon seit zehn Jahren ein Ritual“, erinnerte Bürgermeister Matthias Mann am Mittwochnachmittag. Er hatte die 42 Neugeborenen des ersten Halbjahres 2016 aus der Einheitsgemeinde Klötze mit ihren Eltern, Geschwistern und Großeltern in die evangelische Familienbildungsstätte (EFA) eingeladen. Mit einem ganz praktischen Hintergrund: So konnten sich die Eltern gleich über die Angebote der Einrichtung für Familien informieren. Leiterin Thekla Putzke gab Informationen, zum Beispiel über die PEKiP-Kurse.

Als Bürgermeister, aber auch als Mensch mit Familienerfahrung als Vater und Großvater, wünschte sich Matthias Mann, dass jedes Kind ein freies und selbstbestimmtes Leben führen möge. Besonders den Eltern komme dabei eine wichtige Verantwortung zu, um das Kind zu leiten und zu lenken. „Eine Familie und Kinder bedeuten Freude, Glück und Zusammenhalt“, erinnerte Mann. Vater und Mutter zu sein, sei einer der wichtigsten, aber auch schwierigsten Berufe. Zusammenarbeit ist wichtig, zwischen Kommune, den Kindereinrichtungen, der Schule und dem Elternhaus. Die Türen des Rathauses, so betonte der Bürgermeister, stehen allen Generationen offen. Auch Kinder und Jugendliche können ihre Wünsche direkt an die Mitarbeiter herantragen.

Mit Bibliotheken, Bücherbus, der EFA, dem Kuseyer Landjugendzentrum, dem Jugendclub Corner und der DRK-Tagesgruppe werden in der Stadt die Grundlagen für eine gute Kinder- und Jugendarbeit gelegt. In diesem Jahr soll noch weiter in Spielplätze investiert werden, auch bei den Kindereinrichtungen sind Investitionen geplant, kündigte der Bürgermeister den Eltern an. Seit 2010 sind in der Einheitsgemeinde Klötze 517 Babys geboren worden, bilanzierte der Bürgermeister. „Kinder sind also in der Stadt und den Ortsteilen willkommen.“

Neben den Bauklötzen und dem Gutschein für die Bibliothek gab es bei der Babybegrüßung gestern erstmals auch ein zweites Geschenk für die Eltern: vom neuen DM-Markt.

Zum Hintergrund:

6225 Plätze gibt es derzeit in 92 Kindertagesstätten (inklusive Krippe) im Altmarkkreis. Davon waren am Stichtag 1. März 5554 belegt. Der aktuelle Verwaltungsbericht zeigt, dass es also noch Luft nach oben gibt, während es in anderen Regionen an Kapazitäten mangelt. Der Vergleich mit den vergangenen Jahren macht aber auch deutlich: Die Zahlen im Nachwuchsbereich steigen wieder, der viel diskutierte demografische Wandel wird abgemildert. 2011 waren zum Beispiel nur 5149 Mädchen und Jungen in den Kitas.

Der Altmarkkreis hat im vergangenen Jahr 1,1 Millionen Euro der Elternbeiträge übernommen. Allerdings nimmt die Anzahl der vorhandenen Plätze für den Nachwuchs ab. 2014 waren es noch 6316. Grundsätzlich positive Entwicklungen gibt es auch bei den Schulen. 8903 Kinder und Jugendliche wurden 2015 /2016 unterrichtet. Ein Jahr zuvor waren es 8868. Aber die 1990er Jahre sind noch unerreicht. Bei der Gründung des Altmarkkreises 1994 gab es 17 979 Schüler. Eine Zuwachs wird bei den Grundschulen registriert, während es bei den Gymnasien einen geringen Rückgang gibt. 43 Bildungsstätten werden derzeit im Altmarkkreis betrieben. Einen Trend nach oben ist ebenfalls beim Schülerverkehr zu erkennen. 4582 Kinder und Jugendliche nutzen die Busverbindungen. Das ist etwas mehr als die Hälfte. An der Spitze stehen dabei die Gymnasiasten (1431). Bei den Abschlüssen machen Hochschulreife und Realschulabschluss jeweils ein Viertel aus.

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