Nach „schwerer Geburt“

Zweckverband Drömling soll von Oebisfelde ins Kunrauer Schloss ziehen

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Bald noch vielfältiger genutzt: Bei den Nutzern des Kunrauer Schlosses soll sich neben der Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz auch der Zweckverband Drömling einreihen.

Oebisfelde / Kunrau. Der Zweckverband Drömling, unter dessen Regie das Naturschutzgroßprojekt in den beiden Förderperioden von 1992 bis 2003 sowie von 2008 bis 2012 abgearbeitet wurde, wird seine Geschäftsstelle von Oebisfelde ins Schloss nach Kunrau verlegen.

Mit dieser Entscheidung, die während der Verbandsversammlung am Montag in Miesterhorst fiel, habe man es sich „nicht leicht gemacht“, wie es Verbandsvorsitzender Jürgen Barth auf Nachfrage der AZ formulierte.

Während sich der Altmarkkreis Salzwedel klar für den Standort Kunrau aussprach, votierten die Vertreter des Landkreises Börde für die Außenstelle der Verbandsgemeinde Flechtingen in Calvörde als neuen Sitz. Das im Vorfeld der Sitzung ebenfalls besichtigte Gemeindebüro in Miesterhorst stand während der abschließenden Abstimmung dagegen nicht mehr zur Debatte. Nach dem Patt zwischen den beiden Landkreisen seien laut Barth die Vertreter des World Wide Fund for Nature (WWF), der ebenfalls Mitglied des Zweckverbandes ist, mit ihren Stimmen für Kunrau letztlich das Zünglein an der Waage gewesen.

Der Verbandsvorsitzende sei froh über die Entscheidung. Es wäre, so Barth, ein schlechtes Signal für den Altmarkkreis Salzwedel gewesen, wenn sämtliche für den Erhalt des Niedermoores engagierten Einrichtungen (so wie die Naturparkverwaltung) im Nachbarlandkreis angesiedelt sein würden.

Auch Klötzes Bürgermeister Matthias Mann, der im Vorfeld für das Kunrauer Schloss kräftig die Werbetrommel gerührt hatte und im Zusammenhang mit dem Findungsprozess von einer „schweren Geburt“ sprach, freut sich sehr über die Entscheidung: „Das ist ein großer Erfolg für uns.“ Kunrau gelte schließlich nicht nur als Tor zum Drömling. Im Schloss befinden sich zudem mit dem vom Zweckverband betriebenen Natur-Erfahrungs-Zentrum und der Ökoschule sowie der Drömlingsausstellung des Fremdenverkehrsvereins Jeetze-Ohre-Drömling bereits weitere ähnlich gelagerte Einrichtungen. Zudem, so das Klötzer Stadtoberhaupt, habe die Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz des Landes Sachsen-Anhalt mit Sitz in Magdeburg erst kürzlich beschlossen, ebenfalls im Kunrauer Schloss einen Anlaufpunkt für den Norden des Landes zu schaffen. Nun gelte es seitens der Stadt Klötze, alles für den nicht vor Mai 2016 erwarteten Umzug des Zweckverbandes vorzubereiten. Dazu gehöre neben dem Renovieren von „zwei bis drei Räumen im oberen Bereich“ auch das Schaffen der Voraussetzungen für die EDV-Technik. Miete für die Räumlichkeiten, so habe die Stadt zuvor geworben, wolle man keine verlangen. Matthias Kausche, Geschäftsführer des Zweckverbandes, wollte auf Nachfrage der AZ dagegen noch nicht von einer endgültigen Entscheidung bezüglich des neuen Sitzes der Geschäftsstelle sprechen. „Der Beschluss ist noch in der Prüfung und muss von allen Seiten erst noch unterzeichnet werden.“ In „Sack und Tüten“ sei noch nichts, zumal die Diskussion vor der Abstimmung „sehr kontrovers“ gewesen sein soll.

Von Matthias Mittank

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